Druckschrift 
1 (1844)
Entstehung
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Wenn Scharfsinn ein Vergrößerungsglas ist, so ist der Witzein Vcrkleinerungsglas. Glaubt ihr denn, daß sich Entdeckun-gen bloß mit Vergrößerungsgläser» machen lassen? Ich glaube,mit Verkleinerungsgläsern oder wenigstens durch ein ähnlichesInstrument in der intellektuellen Welt sind wohl mehr Entdeckun-gen gemacht worden. Der Mond sieht durch ein verkehrtes Fern-rohr wie die Venus aus, und mit bloßen Augen, wie die Venusdurch ein gutes Fernrohr in seiner rechten Lage. Durch ein ge-meines Opernglas würden die Plcjaden wie ein Nebclstcrn er-scheinen. Die Welt, die so schön mit Gras und Bäumen be-wachsen ist, hält ein höheres Wesen, als wir, vielleicht ebendeßwegen für verschimmelt. Der schönste gestirnte Himmel siehtuns durch ein umgekehrtes Fernrohr leer aus.

Neue Muthmaßungen über Dinge sollten die Gelehrten immermit Dank annehmen, wenn sie nur einige Vernunft bei sichhaben; ein anderer Kopf hat zuweilen nichts nöthig, um einewichtige Entdeckung zu machen, als einen solchen Reiz. Dieallgemein angenommene Art ein Ding zu erklären, hat keineWirkung mehr auf sein Gehirn und kann ihm keine neue Be-wegung mehr mittheilen.

Unsere Welt wird noch so fein werden, daß es so lächerlichsein wird, einen Gott zu glauben, als heutzutage Gespenster.

Es ist ein großer Unterschied, welchen Weg man nimmt,