es immer vor, als wenn der Begriff sein etwas von unsermDenken Erborgtes wäre, und wenn es keine empfindenden unddenkenden Geschöpfe mehr gibt, so ist auch nichts mehr. Soeinfältig dieses klingt, und so sehr ich verlacht werden würde,wenn ich so etwas öffentlich sagte, so halte ich doch so etwasmuthmaßen zu können für einen der größten Vorzüge, ei-gentlich für eine der sonderbarsten Einrichtungen des menschlichenGeistes. Dieses hängt wieder mit meiner Seelenwanderung zu-sammen. Ich denke, oder eigentlich, ich empfinde hierbei sehrviel, das ich nicht auszudrücken im Stande bin, weil es nichtgewöhnlich menschlich ist, und daher unsere Sprache nichtdafür gemacht ist. Gott gebe, daß es mich nicht einmal ver-rückt macht. So viel merke ich, wenn ich darüber schreibenwollte, so würde mich die Welt für einen Narren halten, unddeßwegen schweige ich. Es ist auch nicht zum Sprechen, sowenig als die Flecken auf meinem Tisch znm Abspielen auf derGeige.
Nichts schmerzt mich mehr, bei allem meinem Thun undLassen, als daß ich die Welt so ansehen muß, wie der ge-meine Mann, da ich doch scicntiftsch weiß, daß er sie falschansieht.
Wo Vorsorge unnütz war, da hatte ich sie; wo sie aberhätte nützlich sein können, trat der Leichtsinn ein: k o m m t Zeit,kommt Rath, dachte ich, und that nichts — ein Charakter,der sehr viel gemeiner ist, als man glaubt.
Am 10. Oktober 1793 schickte ich meiner lieben Frau aus