denn vor der Cholera schützt weder Flucht nochAbsperrung, wohl aber ein in jeder Hinsicht gere-geltes und reinliches Leben.
Es bleibe also jeder, der nur einiger Mafsen gutund isolirt wohnt, in seinem Hause. Wer den unte-ren Stock bewohnt, timt besser, in den obern zuziehen; wessen Zimmer nach Norden liegen, vertauschedieselben gegen solche, die nach der Sonne liegen;feuchte Wohn- und Schlafzimmer vertausche mangegen trockene; man fliehe jede Gelegenheit zu Ex-cessen; dies sei die einzige Flucht.
Soll man sich hei der an einem Orte herrschendenCholera absperren ?
Sich absperren wollen von dem die Cholera er-zeugenden Princip, heifst sich aufs er Contact setzenmit Luft und Himmel, Erde und Menschen, und wennman sich wie jener Moskowit unter Glas isolirte, sowäre man doch noch nicht abgesperrt, da man nochdie Luft athmen mufs, welche andere Erdenkinderschon berührt hat, und da man nicht jenen inponde-rablen Potenzen unzugänglich ist, die auf Baro- undThermometer eben so gut, als auf unseren Organis-mus wirken. Wie im Kleinen, so im Grofsen sperreman nicht nur nicht ab, sondern verbanne jede Mafs-rcgel, die an Furcht oder Ansteckung errinnern könn-te, sowohl für sich und seine Person, als für seinHaus, so für die Stadt, wie für die Provinz. Wiewenig selbst die strengsten und geordnetsten Absper-rungen, Cordons und Contumazcn genutzt haben, hatuns die Geschichte der letzten Zeit deutlich genug