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Der Gedanke, dafs die Cholera niclit von Menschzu Menschen l'ortkriecht, sondern dafs die Ursache der-selben über oder um und unter uns wirkt undschafft, und dafs sie an allen Punkten Europa’s die-selbe ist, mufs Jeden überzeugen, dafs man nur sichseihst in Acht zu nehmen, dann aber auch nichtszu fürchten braucht.
Wer tiefer aus dem Becher der Lust zu trinkengewohnt ist, tliut doch zur Zeit der Epidemie gut,etwas von dem überflüssigen Genufs — der Hygiea zuopfern. Man darf aber auch in diesem Falle denUebergang von einer Lebensart zur andern nichtplötzlich machen.
Ist. bei Annäherung der Cholera Flucht zu rathen?
Nur dem eine unüberwindliche Furcht alle Ruheraubt, nur dem, der es nicht über sich gewinnenkann, sich eine klare und ruhige Ansicht der Sache zuverschaffen, sich ein vernünftiges Urtheil zu bilden überdie Cholera, über den geringen Grad ihrer Ansteckungs-fahigkeit, über ihre Natur und Verbreitung, über dieLeichtigkeit, bei gegebenen Mitteln sich vor dersel-ben zu schützen, oder sie bei ihrem ersten Begin-nen zu heilen, nur diesem ist Entfernung und Fluchtzu rathen. Wem es gelingt, sich zu überzeugen, dafs dieCholera nichtschlimmer ist, als manches Ausschlags-fieber, dafs sie kaum mehr ansteckt, als ein Schnup-fenfieber, dafs sie lange nicht die Schrecken unddie Tödlichkeit des Typhus hat, der bleibt besser ingewohnten Verhältnissen und im Kreise seiner Freun-de, seiner Familie, in der Nähe seines Arztes, als dafser, von Furcht gejagt, in der Flucht sein Heil sucht;