11
riclilungen getroffen gewesen wären, um ärztlicheHülfe überall bin zu verbreiten.
Wagen und Pferde standen in jedem Dorfe, zujeder Stunde zur Beförderung der Aerzte bereit, wasfreilich in diesem pferdereichen Laude eher ausführbarist, als hei uns.
Nach einem Aufenthalt von 2% Woche in der Stadtund im Kreise Marienburg bekam ich von der Königl.Regierung in Danzig den Auftrag, mich nach Preufs.Stargardt zu begehen und dort die Direction desCliolera-Lazarathes, so wie die Behandlung sonstigerFälle von Cholera zu übernehmen.
An diesem neuen Bestimmungsorte fand ich volleBeschäftigung. Es gab Tage, wo 13 Cholera-Krankehinzukamen, die leichtern Fälle von verdächtigerDiarrhöe und Fiebern aller Art nicht gerechnet. Allediese Fälle lagen meiner alleinigen Behandlung vor,da der Arzt und Pliysicus des Ortes, Hr. Dr. Hasse,aufscrhalh im Kreise beschäftigt war. Während mei-nes Aufenthaltes von 20 Tagen daselbst habe ich 98echte Cholera-Kranke behandelt. Durch die bereit-willigste Unterstützung dortiger Behörden und dieMitwirkung eines wackcrn Assistenten, des Ilrn. Chi-rurgen Schuster aus Neustadt, gelang es mir, selbstbei kümmerlicher Ausstattung des Lazarethes, den tiefgesunkenen Muth der Einwohner wieder zu hebenund beinahe die Hälfte der Erkrankten herzustellen.
Als die Cholera Berlin heimgesucht hatte, und dieElbe und den Rhein bedrohte, bat ich die Königl.Immediat-Commission und die Königl. Regierung inDanzig um meine Entlassung.
Ich verlief« jenen Regierungsbezirk mit dem be-