Druckschrift 
2 (1810)
Entstehung
Seite
507
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§ i b ZO?

die Muffel gebildeten Behältnisses. So lasse man esruhig stehen, bis man sieht, daß das Email im Flußkömmt. AlSdann wendet man die eiserne Platte behut-sam herum, so, daß die Hitze, wenn sie ungleich würkte,gleichförmig auf alle Theile der Oberfläche des Ziefer-blatts sich verbreiten könnte. Wenn man nun sieht, daßdas Email geflossen ist, welches man leicht daran be-merkt, wenn es sich ausbreitet und eine gleiche Oberflächeerhält; so nimmt man esivorsichtig vom Feuer, setzt esaber nicht sogleich der freyen Luft aus, sondern läßt eseinige Zeit an der Öffnung des Ofens stehen, daß es sichnach und nach abkühle. Denn wenn die kalte Luft soplötzlich und ungleich auf die Oberfläche würkte; so würrde sicher das Email abspringen.

Hat man nun auf diese Art das Zieferblatt demerstenFcuer ausgesetzt; so muß man es auch in ein zwey-tes bringen, um es nochmals zu reinigen, bevor marrdas zweyte Email aufträgt. Dies zweyte Reinigen ge-schieht, um die kupfernen Theile wegzuschaffen, welchean dem Rande und an den Löchern vorstehen. Findetman auf der untern Seite des Zieferblatts noch Stellen,die vom Gegencmail nicht ausgefüllt sind, wo nämlichnoch das rothe Kupfer durchscheint; so trägt man bloßauf diese Stellen noch etwas auf. Darauf nimmt manfeineres Email als zum erstenmale, welches aber auf dienämliche Art zubereitet war, und trägt es gleichförmigauf die ganze Oberfläche des Zifferblatts. Auf oben be,schriebene Art läßt man von einem leinenen Lappen dasWasser aus dem Email saugen, und giebt dem Polier-stahl, auf welchem das Zieferblatt steckt, einen Schlag,daß sich dadurch die Theile des Emails ebenen. Mantrocknet es auf die nämliche Art, wie beym erstenmale,und bereitet ein zweytes Feuer mit der nämlichen Sorg-falt, bringt das Zieferblatt ins Feuer, in dem Augen-blicke, wo die Kohlen die größte Lebhaftigkeit erlangt ha,ben. Man zieht es denn wieder mit der nämlichen Sorg-falt aus dem Ofen heraus, wenn das Email völlig ge-schmolzen und die Oberfläche glatt und gehörig glasürt ist.