Druckschrift 
2 (1810)
Entstehung
Seite
445
Einzelbild herunterladen
 

Vor

44 >

den habe. Man lößt nämlich erst das Silber in Qrieck,silber auf. Zu den, Ende nimmt man feines Silber,und schlagt eS auf einem Amboße zu einem dünnen Ble-che. Man schneidet es denn in kleine Stückchen Stattdieses kann man das Silber auch körnen, das heißt, esschmelzen und sodann durch einen Besen in kaltes Wasser gießen. Von dem in Stücke geschnittenen aderige«körnten Silber thut man so viel in das in einem gläser-nen Kolben befindliche Scheidewasier, als man denkt,Laß es sich darin über einem mäßigen Kohlensauer auf-löse. Ohngefähr kann das Scheidewasier dreymal soviel seyn, als das Silber betragt. Das Kölbchen oderGläschen verstopft man nur locker mit einem Papier-stöpsel. Hält man nun ersteres über ein gelindes Koh-lenfeuer, und bringt es demselben nur nach lind nachimmer näher; so wird das Scheidewasier inS Siedenkommen, in dem Glase aufbrausen, nach und nach dasSilber darin auslösen, und während dem einen röthli-chcn, dunkeln, säuerlichen und schädlichen Dampf vonsich geben. Ist das Silber völlig in dem Scheidewas-ser zergangen; so kann man noch etwas hineinwerfen,auch wohl noch Scheidewasier dazugießen, bis allesSilber aufgelößt ist und sich nichts mehr auflösen läßt.Bleiben noch Stückchen oder Körner von dem Silberübrig, die nicht zergangen sind; so kann man das mitdem Scheidewasier geschwängerte Silber abgießen, unddas rückständige Silber mit frischem Scheidewasier ver,sehen, damit es von diesem gänzlich aufgelößt werde.Dies wird desto eher von Statten gehen, se kleiner unddünner die Stückchen Silber waten, die man in dasScheidewasier warf. Man nimmt sodann das Gläs,chen vom Feuer, hütet sich aber ja dasselbe nicht auf kal-tes Metall oder Holz zu setzen, weil es alsdann gewißspringen würde; sondern man seht es auf einen Kranz,den man von leinenen oder wollenen Lappen gemachthat. So lasse man es erkalten.

Man gießt nun in ein kupfernes Gefäß dreymalso viel kaltes Wasser, als die Auslösung des Silbers