Druckschrift 
2 (1810)
Entstehung
Seite
414
Einzelbild herunterladen
 

4'4

u n r

sey. Taschenuhren mit dem Steigrade sind hierzu voll«kommner als Cylindernhren.

Wesentlich nothwendig ist es, die Schwere zr> be-rechnen, welche die Unruh« der Taschenuhr Verhältniß,mäßig nach der bewegenden Kraft, der Größe ihrerBogen, Durchmesser, Anzahl der Vibrationen u. d. gl.haben müsse, um einen richtigen Gang zuwege zu bringen.Man kann dies auf zweycrley Art bewerkstelbgen: ent«weder auf mechaniiche Art, oder durch Rechnungen.Beyde Methoden sind gleich anwendbar, obgleich man,rixnn man erstere weiß,, auch letztere kennen muß, umrecht sicher zu gehen. Die gewöhnlichste Methode dieSchwere der Unruhe einer Taschenuhr mit dem Steig«rade zu bestimmen ist, daß man sie ohne Spiralfedergehen und 25 bis 27 Minuten in einer Stunde machenlasse, daß sie also innerhalb diesir Zeit um zz bis z;Minuten zu spat gehe. Diese Methode ist jedoch zuunsicher, weil nicht alle Taschenuhren auf einerley Artgebaut sind, und daher dies kein anwendbares Resultatseyn kann.

Schwieriger ist es, genau die Schwere der Un>ruhe an Taschenuhren mit dem Cylinder zu bestimmen.Um dies nach der Starke der bewegenden Kraft zu be«wcrkstelligen; so kann man dazu das Instrument ge-brauchen, welches zur Bestimmung der Starke der Fe-dern im Artikel Feder m aas beschrieben ist. Eswird nämlich der viereckige Zapfen der Schnecke in diesInstrument gelegt, wie bey der Abgleichstange.Aus dem in Grade getheilten Arme desselben zeigt als-dann das an einen gewissen Grad angeschobene Gewichtdie Starke der Feder an, welche nun im Gleichgewichtmit dem Arme steht, und darnach laßt sich denn leichtdie Schwere der Unruhe bestimmen. Ist nämlich schoneine Uhr regulirt, deren Unruhe also die richtige Schwe-re schon hat, und man weiß auch die Starke ihrer Fe-der nach den Graden des Instruments; so laßt sichhiermit leicht die Schwere der Unruhe anherer Taschen«