Druckschrift 
2 (1810)
Entstehung
Seite
398
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U h r

falls erst grünes Papier um den Deckes, und dann auchdie Fischhaut darauf. Die beyden Enden muffen gutzusammengefügt, und der ganze Deckel fest und dichtmit Zwirnsfänden umwunden werden. Ist dies auchgehörig abgetrocknet, und hernach mit dem Messer gera-de geschnitten; so ist, nachdem die Schließfeder(f. diesen Artikel) daran gemacht worden, blos nochübrig die Stifte hineinzuschlagen, für welche man Löcherin beliebiger Menge gebohrt hatte, je nachdem man vieleoder wenige Stifte nehmen will. Ist das Mundstücksilbern; so nimmt man silberne Stifte. Ist es ver-goldet; so nimmt man auch vergoldete. Diese Stifteverfertigt ebenfalls der Uhrgehäusemacher. Man schlägtsie in die durch das Gehäuse und die Fischhaut gebohr-ten Löcher, und legt sie auf der innern Seite des Ge-häuses um, oder noch besser man vernietet sie. Es wä-re also nun das Gehäuse überzogen. Zuleht wird nochein Futter hineinoeleimt, entweder Won Sammt odervon Atlas; bey Taffent schlägt der Leim durch. Manschneidet es nach papiernen Mustern.

Will man das Gehäuse mit Schildkröte li-sch aalen oder Schildpatt überziehen; so mußman die nach der richt gen Größe des Bodcnstücks unddes Deckels abgeschnittene Schaale auf folgende Artpräpariren: Man nimmt 6 Quart. Wasser, thut 2Loth Baumöl dazu, und läßt es in einem Kessel kochen.Man legt! alsdann die Schildkrötenschaole hinein, undläßt sie einige Zeit darin liegen, wodurch sie erweichtwird. Man nimmt sie darauf ganz behutsam heraus,und legt sie geschwind in eine Form, genau von der Ge-stalt, die das Gehäuse haben soll, und sodann untereine Presse. Die Schildkrötenschaole wird denn dieGestalt der Forme annehmen, und man kann sie daraufum das Gehäuse leimen. Das Formen muß aber ge-schwind von Statten gehen; denn wird die Schaalenur etwas kalt, so wird sie wieder steif und hart, undläßt sich nicht mehr bilden. Daö Pressen muß auch