Druckschrift 
2 (1810)
Entstehung
Seite
393
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«ine gute Uhr sucht, noch immer Gelegenheit Männerzu finden, die seinem Wunsche ein Genüge leistenkönnen.

Schwer ist es, blos vom äußern Ansetzn zu erfor,schen, ob die Uhr gut sey, ob alle Theile derselben sym-metrisch gebaut sind. Das einzige Mittel dazu ist fürden Künstler, alle Theile einzeln zu untersuchen, ihreDimensionen unter einander u. s. w. und ihren Ganzinnerhalb einer gewissen Zeit zn prüfen, ob er gleichför«mig sey, zu jeder Zeit, und bey Taschenuhren, in jederLage der Uhr. Man schließe aber ja nicht vom Aeußernauf den Gang der Uhr. Oft scheint sie vortreflich undmit einer bewunderungswürdigen Feinheit ausgearbeitet;dies ist aber keinesweges ein Beweis von einer nachGrundsätzen gebauten Uhr, sondern blos von einer Ak-kuratesse und Geschicklichkeit der Handarbeit. Es ge-hört zu einer gründlichen Uhr wahrlich mehr, als bloss daS äußere schöne Ansehen; denn durch Handarbeitallein erhält die Uhr keinen genauen und immer richti-gen Gang. Bey den jetzigen neuen Taschenuhren tritthäufig der Fall ein, daß man eine sehr vollkommne Uhrvor sich zu haben glaubt, und am Ende, wenn sie einerfahrner Mann in die Hände bekömmt, findet es sich,daß sie eine äußerst schlechte Uhr war, der guten Poli-tur, Vergoldung, Gravirung u. s. w. unbeschadet.Denn was hilft alles dies, wenn z. B- die Dimensio«nen der Theile darin nicht gehörig nach der bewegendenKraft eingerichtet waren, wenn man nicht die Grund-sätze anwandte, eine möglichst leichte Bewegung, einenakkuraten stets gleichförmigen Gang, z. B. durch einensehr guten Eingriff, einer ifochronischen Hemmung u. s.w. zu erhalten. Es ist immer besser, eine minder schöneVergoldung, eine weniger glänzende Gravirung u.d. gl.m. zu vermissen, als jene Eigenschaften, die die Ma-schine erst recht zu ihrem Zwecke geschickt machen, s.Taschenuhr.

Uhrfeder, s. Feder der Uhr.