Druckschrift 
2 (1810)
Entstehung
Seite
372
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er verlangt, daß sie in langer Zeit keine Minute varii-ren soll, doch noch nicht aufs Haar akkurat geht; dannrechnet er dies gemeiniglich der Dummheit des Repara-tors zu, und behauptet, daß eine so schöne Uhr ganzakkurat gehen müßte. Wenn man doch nur bedachte,daß eine schwarze Seele mit einer schönen Hülle umge«ben, man mag noch so viel sie zu verbessern suchen, niegleichfalls schön wird, sondern immer noch ein Gradvon Schwärze zurückbleibt; und wenn man dies aufdie Uhr anwende»; dann würde man nicht verlangen,daß der Uhrmacher aus einer inkurabel» Uhr eine voll-kommen gute verfertigen sollte; es wäre ihm dies ebenso unmöglich, als Bley in Gold zu verwandeln.

Die Uhrmacher können daher, wenn sie solcheUhren zur Reparatur übernehmen, nicht vorsichtig ge-nug seyn. Sie müssen ja erst alle Theile derselben prü- !

fen, ob sie keinen Fehler daran finden, der ohne bc- ^

trachtliche Kosten, welche dem Werth der Uhren bey- ^nahe gleich kommen, oder ihn wohl gar noch überstei-gen, unverbesserlich ist. Wenn z. B. die Räder undGetriebe falsche Zähne haben, und der Uhrmacher müß-te neue dafür machen; so würde er dabey, um sie gründ-lich zu verfertigen und auf die beste Art anzubringen,mehr Mühe verwenden müssen, als der Verfertiger mitdem Baue der ganzen Uhr hatte u. d. gl. m. Wennübrigens eine Uhr reparirt werden soll, deren Fehler ^man genau weiß; so muß man die Regeln beobachten,die im Artikel Repariren eine Uhr gegeben sind.

Sehr thöricht ist es von einer gewöhnlichen Ta-schenuhr, welche so vielen und öfter,, Veränderungenausgesetzt ist, zu verlangen, daß sie durchs ganze Jahrimmer akkurat gehen solle, und wenn sie auch nach denbesten Grundsätzen verfertigt wäre. Von einer Pen-deluhr kann man dies schon weit eher fordern, weil die-se durch einen Körper regiert wird, welcher, wenn ergehörig verfertigt, (s. Pendel) wenigen oder fastgar keinen Veränderungen ausgesetzt ist. Bey Taschen-