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unsern Tagen ist der Luxus so weit eingerissen, daß selbstdie niedrigsten Stände mit Taschenuhren versehet! sind,welche dieselben begreiflich um den möglichst geringenPreiß haben wollen, weil sie sich nicht um die Genauig-keit der Uhr bekümmern, sondern wenn die Maschinenur die Gestalt einer Uhr hat, und sie dieselbe nur un-ter diesem Namen in die Tasche stecken können ; so sindsie zufrieden. Daher kann die außerordentliche MengeUhren immer an den Mann gebracht werden. In je-dem Betracht fallt aber die meiste Schuld auf den Fa-brikanten zurück, welcher die Uhr besser verfertigenmußte, und daher sich auch mehr dafür bezahlen lassenkonnte.
Bey guten Dußenduhren, das heißt, bey Uhren,die in guten Fabriken verfertigt werden, fallt nun wohljener Betrug weg; allein gute ganz gründliche Uhrenkönnen doch nie darunter seyn, denn diese müssen voneinem geschickten Künstler verfertigt werden, der alleTheile selbst bearbeitet, und sich keine Mühe verdrießenlaßt, die besten Grundsätze dabey anzuwenden. Inguten Fabriken sieht man Loch gewiß nur au,'s Aeu:,e-re, z. B. auf eine zierliche, kleine, flache, gut polirteund vergoldete Uhr, die auch wohl noch erträglich gehenkann; denn den Gang genau zu reguliren, dazu warkeine Zeit da, und dies überlaßt man dem Uhrmacher,der sie abzieht, (s Abziehen eine Uhr). Und weilUnwissende in der Uhrmacherkunst blos vom Aeußern zuurtheilen pflegen; so wird eine solche feine Uhr für be-wunvrungswürdig schön gehalten, einer wirklich gutenUhr, die man nicht zu schätzen versteht, weit vorgezo-gen, gekauft, in obig >r Absicht zum Uhrmacher, der sichmit Repariren beschäftigt, gebracht, und dieser — istnicht im Stande eine gute vollkommen richtige Uhr ausihr zu machen, sondern kann weiter nichts thun, alsalle Theile nachsehen, sie so gut als möglich zu verbes-sern, und so viel sichs thun läßt, den Gang zu berichti-gen. Findet nun der Besitzer, daß seine Uhr, wovon
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