Print 
1 (1832)
Place and Date of Creation
Page
396
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
 

396

weisen, welche den Ergüssen des Aetna und einiger Islän-dischen Feuerberge nicht nachstehen. Man sieht die bessererhaltenen, jene die noch in ihrer Ganzheit vorhanden, Bän-dern gleich über die tiefen Punkte des Bodens hinwegzie-hen. Auf meilenweite Entfernung, bedeutend durch dieGrösse ihrer Dimensionen, breiten sich dieselben in die Länjre

' O

aus von der Stelle, wo sie zum Tage hervortraten. Mit allmäh-lichem Fallen reichen sie, von ihrem Ursprünge an, über an-dere Fels-Gebilde hinaus, oder sie stürzen sich den Thälern zu.Selten gelang es ihnen, ohne die einmal angenommene Rich-tung zu ändern, sich den Abhang hinunter zu drängen; siefolgten allen Unebenheiten und fanden durch jeden Iliigelein Hinderniss für ihren weitern Lauf. Das Erstarren derLava im Flusse ist augenfällig; jede Windung der Schlak-ken-Wellen lässt sich erkennen. Einem Walle gleich erhebtsich das dunkelgefärbte Band über die grüne Pflanzendecke,und die unfruchtbare Schwärze lässt dasselbe auch aus derFerne leicht wahrnehmen; denn es ist auffallend von allenUmgebungen verschieden und der Charakter des Fliessensum desto ausgezeichneter, je enger die Spalten gewesen,durch welche die Massen sich hindurchdrängen mussten.In Auvergne gehört die Serre de Fontfrede unfern des Dor-fes Le Crest zu den am weitesten erstreckten basaltischenStrömen. Bei sehr ansehnlicher Breite beträgt die Längen-Ausdehnung mehr als zwei dortländische Meilen. Was denStrom, dessen in den höhern Theilen poröse Masse nach derTeufe Säulen-artige Absonderungen zeigt, besonders denk-würdig macht, ist der Umstand, dass derselbe, ohne Unter-brechung, von einem Granit-Plateau ausgehend, weithin übertertiäre Gebilde sich ergossen hat (Taf. V. Fig. 3.) *

* Scrope hat auf der II. Tafel seines Atlasses eine treffliche Darstel-lung dieses Stromes gegeben.