Pertz
Peru
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zu. Die kleinen Journale, die Carkcaturen, die Vaudevilles fallen taglich über ihnher und reizen seine ohnehin leidenschaftliche Stimmung noch mehr. Man rechnet ihnübrigens zu den Gemäßigten, oder, wie Lafayette sagt, zu den iurieux cke mocke-ration. Bei Perier stand P, in hoher Gunst, auch der König bezeigt ihm Gewo-genheit. Niemand versteht das Justemilieusystem besser als er; sein Grundsatzist: i! laut irspper ckes ckeux cotes, man muß die Feindschaft beider Oppositionenzu erhalten suchen; sie heben sich gegenseitig auf! (15)
Pertz (Georg Heinrich), geboren zu Hanovec 1795, einer der gelehrtestenKenner des Urkundenumfanges des Mittelalters, ist gegenwartig königlicher Bi-bliothekar und Archivrath in seiner Vaterstadt. Durch Heeren eingeführt, trat er18t9 mit seiner „Geschichte der merovingischen Hausmeyer" (Hanover) hervor,die weniger die später in Anregung gebrachte Frage über das Wesen und die Be-deutung der Hausmeyer, als ihre genaue Auszählung sich zur Aufgabe machte.Eine Arbeit wie diese legitimirte den Verfasser zur Mitgliedschaft der Gesellschaftfür altere deutsche Geschichtskunde und nicht glücklicher konnte sie wählen, alsindem sie P. die Untersuchungen der italienischen Archive und Bibliotheken auf-trug. Im fünften Bande des „Archivs" dieser Gesellschaft gab P. über die Ergeb-nisse jener Reise, die vom Nov. 1821 bis zum Aug. 1823 gedauert, Rechenschaft,und mit Erstaunen sah man, welchen überschwenglichen Stoff der gelehrte Mannzusammengebracht, dessen Bewältigung jedoch, wie die beiden von ihm besorgtenBande der „Nonumentu (Zernumiae Historien" (Hanover 1826 und 1829, Fol.)erwiesen, keine seine Kräfte übersteigende Aufgabe war. Diese beiden Bande ha-ben europaische Anerkennung verdient und gefunden. Die neueste literarische Ar-beit P.'s ist eine Ausgabe des Eginhard, zu dessen Ausstattung er alle ihm auchseit seiner Reise nach Italien in England und Belgien bekannt gewordenen Urkun-den zuzog. Er ist Herausgeber der „Hanöverischen Zeitung". (14)
Peru, südamerikanischer Freistaat, zum Unterschiede des angrenzenden,die südliche Hälfte des alten Jnkareiches umfassenden Freistaats Bolivia, auchNiederperu genannt, liegt zwischen 3° 25' und 21" 20' S. B. und zwi-schen 296" 14' und 313" Ö. L. von Ferro. Das Land erstreckt sich 500Seemeilen weit an der Küste des stillen Meers hin. Die Nachbarlander sindim Norden Colombia, im Osten Brasilien, im Süden Bolivia. . Der NamePeru ist erst mit der Entdeckung durch die Spanier entstanden, wahrscheinlichdurch ein Misverstandniß. Die Bewohner des alten Reiches der Jnkas nann-ten das Land Tahuantinsuyu, ein Wort, welches so viel heißt, als die nach allenWeltgegenden ausgedehnte Herrschaft der Jnkas. Auch wurde ihr Reich nachvier Richtungen in vier Theile getheilt, welche nach einzelnen Völkerstämmen be-nannt waren, die diese Theile bewohnten. Für den Flächenraum des Landes, in-nerhalb seiner jetzigen Grenzen, die sowol im Norden als im Süden weitersind, als die des spanischen Vicekönigreichs, aus welchem der Freistaat entstan-den, rechnet Fröbel 32,000 ^Meilen, worauf, ohne die heidnischen Indianer,1,700,000— 1,800,000 Einwohner leben mögen, mit den heidnischen India-nern aber vielleicht 2,100,000 — 2,200,000 Menschen. In einer mittler« Ent-fernung von etwa 16 Meilen von der Küste des stillen Meers ist das ganze Land,parallel dieser Küste, von der hohen Gebirgskette der Anoen durchzogen, welche sichabwechselnd in mehre Parallelzüge, von den Bewohnern die 0orckilleru cke losgenannt, theilt und im Hochland die Region der sogenannten Sierra oderSerrania umfaßt, die sich im Plateau des Titicacasees bis zu einer Mittlern Höhevon mehr als 12,000 pariser Fuß erhebt. In einer Höhe, welche nur um 3000Fuß niedriger ist als die des Montblanc, liegen hier noch bedeutende Städte,wohnt ein fleißiges Volk, wird noch Ackerbau getrieben und der schönste Mais inganz Peru gebaut. Im Norden des Landes neigt sich das Hochland nach demConv.-Lex. der neuesten Zeit und Literatur. III. 81