4/0 Peel (Sie Robert)
183l, wenige Augenblicke vor der Auflösung des Parlaments, sprach er mit einerleidenschaftlichen Heftigkeit, wie er sie nie gezeigt, gegen die Minister, die erSchwachlinge nannte, und ihren Gesetzentwurf, welcher das Volk dem Demagc-gcndespotismus überliefern werde. Als der Erfolg der neuen Wahlen das Schick-sal der Bill entschieden hatte, setzte P. seinen Widerstand fort, und war einer dereifrigsten Kämpfer bei den Angriffen, welche sie auf dem langen Wege durch denAusschuß zu bestehen hatte, wo die Tones für jeden verfallenen Flecken stritten.Nach der Niederlage der Minister im Oberhause am 7. Mai 1832, die ihre Entlas-sungsgesuche zur Folge hatte, erhielt P. den Antrag, in das neue Ministerium zutreten, dessen Bildung der Herzog von Wellington mit der Verpflichtung übernom-men hatte, eine ausgedehnte Volksrepräsentation einzuführen. Schon am 14. Maiaber erklärte P. im Unterhause, daß er bei der Lage, in welcher der König sich be-finde, kein Amt annehmen könne, und als das Whigministerium gesiegt hatte,sagte er am 18. Mai, er habe sich nicht entschließen können, das ihm angeboteneAmt unter der Bedingung zu übernehmen, eine Maßregel ausführen zu helfen,die er stets bekämpfen werde. Es konnte seinem Scharfblick nicht entgehen, daßbei der entschiedenen Volkstimmung und bei der entschlossenen Haltung, welche dasUnterhaus seit dem 10. Mai angenommen hatte, sich keine Bestandtheile zur Bil-dung eines Ministeriums finden ließen, das den Kampf gegen solche Widerstands-kräfte häne wagen können; aber selbst seine Gegner gaben ihm das Aeugniß, ersei in seinem Benehmen nicht von der Linie abgewichen, der ein Ehrenmann folge.Seitdem ist er zwar den leitenden Grundsätzen seiner Partei treu geblieben undhat im Sinne derselben bei allen wichtigen Verhandlungen im Parlament ge-stimmt, aber eine kluge Mäßigung gezeigt, und bei den neuesten Versuchen derToryparlei gegen das Ministerium scheint sein Einfluß eine nachgiebige Stim-mung bewirkt zu haben. Er mag sich selber nicht mehr verhehlen können, daß dieOhnmacht der Tories zu Tage liegt, und wer ihre Anstrengungen gegen die Re-formbill mit ihrem Benehmen in der Parlamentssitzung von 1833 vergleicht,kann die Größe ihrer Verluste ermessen und die Schnelligkeit, womit die Aristokra-tie ihrem Verfall entgegengeht. Wie Lord Manssield, der Tory, unlängst imOberhause sagte, ihre Lage gleicht dem Laufe eines Wagens aus einer Eisenbahn,auf einer geneigten Ebene, sie gehen rasch abwärts, aber sie merken es nicht.
Wir hoffen in diesem Umriß P.'s Charakter und Verdienste als Staats,mann bezeichnet zu haben. Wie er in dieser Laufbahn ohne überlegene Geistes-kraft, aber mit reifer Geschäftserfahrung, mit gründlicher Kenntniß der Verhält-nisse seines Vaterlandes, und wo Parteisucht ihn nicht befangen machte, mit pa-triotischer Gesinnung gewirkt hat, so ist er auch als Redner weder mit Canningnoch unter den Lebenden mit Brougham, Plunkett und Macauley zu vergleichen,kann aber mit den übrigen Rednern in die Schranken treten. Nicht kraftig, aberklar und rein ist seine Sprache. Seine Perioden sind gut gebaut und besser ver-bunden als in Brougham's Reden, aber oft in langer Gliederung sich ausdehnend,während Jener seine Gedanken in kräftiger Gedrängtheit darlegt, ohne ängstlicheSorgfalt für künstliche Wortstellung. Seine Haltung ist grade und fest und gibtihm einen Anschein von Entschiedenheit, sein Geberdenspiel meist angemessen,doch nicht ohne gesuchte Anmuth, wobei die schön gebildete weiße Hand sich gernbemerken läßt. In seinen angenehmen Gesichtszügen zeigt sich ein selbstgefälligesLächeln, und die Gewohnheit, die schwachen Augen beim Reden oft zu schließen,macht keinen günstigen Eindruck. Im Privatverkehr ist er unbescholten und wür-dig, und er gehört zu denjenigen Großen des Landes, die ihren Reichthum zu edlerVerschönerung des Lebens verwenden. Er besitzt eine der reichsten Gemäldesamm-lungen Englands, die seinen feinen Kunstsinn bezeugt.
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