468 Peel (Sir Robert)
det, was bei ihrer feindseligen Stimmung gegen Canning nicht unwahrscheinlichwar, so gibt es dock) keinen Grund, der P.'s Theilnahme bewiese, und es wurde Bdurch Canning's eignes Zeugniß bestätigt, daß P. ihm zwei Tage vor den übrigen Ab-dankungen seinen bedingten Entschluß, aus dem Ministerium zu treten, mündlich er-öffnet hatte. Mag er in seiner öffentlichen Erklärung ganz aufrichtig gewesen sein,oder Eifersucht aus den begünstigten Mitbewerber ihn gereizt haben, so muß manihm doch die Gerechtigkeit widerfahren lassen, daß er sich von der Leidenschaftlich-keit, mit welcher die Tones Canning bis zu seinem Tode verfolgten, fern gehaltenhat. Als nach der Auflösung des uneinigen Ministeriums unter Lcrd Goderichder Herzog von Wellington an das Ruder kam, wurde auch P. Mitglied der neuenVerwaltung. Nach seiner Erklärung im Parlament, war er von der Ansicht aus-gegangen, daß es bei der Lage der Dinge unmöglich sei, den Staat nach einemausschließenden Princip zu regieren, und eine Verwaltung zu bilden, welche dmGrundsatz ausstellen wollte, entweder die Emancipationsfrage gänzlich abzuweisen ^oder sie als unumgängliche Bedingung auszuführen. Jedes Mitglied des Mini-steriums sollte wieder, wie unter Liverpool, die Freiheit haben, in dieser Bezie- ^hung seiner eignen Ansicht zu folgen. Es ist in dem Artikel England gezeigt ^worden, wie die Bewegungen « a Irland und die Stimmung des Unterhauses solche ^Verabredungen störte, und die Machthaber zwang, jene Angelegenheit in ihre ^Hände zu nehmen. Die Niederlage der Minister bei Russell's Antrag auf die Auf-Hebung der Test-und C'orporationsacten, im Febr. 1828, war für P., obgleich er ^die bestehenden Gesetze nur mit schwachen Sophismen vertheidigt hatte, besondersempfindlich, da er nach der Abstimmung nicht einmal einen kurzen Aufschub derweitern Erwägung erlangen konnte. Diese Verhandlungen waren das Vorspielzur Entscheidung der Emancipationsfrage, für welche gleich nachher die Mehrheit ^des Unterhauses sich günstig erklärte, während P. am 10. Mai laut verkündete,er gehöre zu Denjenigen, die keineswegs zu einem Wechsel ihrer Ansichten ge-stimmt wären, vielmehr ihre ursprüngliche Meinung durch weitere Erwägungenbefestigt hätten. So vertheidigte er die verfallene Burg, bis die letzte Mauer zer-rissen war. Schon hatte sein Schwager Dawson in Londonderry seine veränderteAnsicht ausgesprochen, aber P. war noch im Herbste bei den Gastmahlen, welcheder Landadel und die Manusacturisten in Lancashire ihm als dem Verfechter derprotestantischen Sache gaben, ohne daß er mit einer Sylbe den nahen Abfall ver-rathen hätte. Entschlossen, das alte Lager zu verlassen und der Fahne zu folgen,die Wellington vortrug, meldete er am 4. Febr., am Tage vor der Eröffnung desParlaments, dem Vicekanzler der Universität Oxford seinen Entschluß, und indemer anerkannte, daß sein Widerstand gegen die Ansprüche der Katholiken die Univer-sität hauptsächlich bestimmt habe, ihm die Vertretung ihrer Interessen anzuver- ätrauen, brachte er das „schmerzliche Opfer", seine Vollmacht zurückzugeben, iz!Hatte er, wie sein Schreiben verrieth, seine Wiedererwählung erwartet, so sah ersich getäuscht; die Universität wählte den starren Tory, Sir Robert Jnglis. Einhalb verfallener Flecken stand der Regierung zu Gebote, ihm alsbald einen neuenSitz im Parlament zu verschassen, und am 5. März 1829 schlug er eine Maßregelvor, die er 20 Jahre lang als dem Interesse und der Freiheit des Staats verderb-lich bekämpft hatte. So geschickt er seine Nachgiebigkeit gegen die Stimme deröffentlichen Meinung und die Umwandlung seiner Überzeugung vertheidigt. ^heftig waren die Angrisse der entrüsteten und erbitterten Verfechter der al^. Sachein und außer dem Parlament gegen den „Neubekehrten", der das „unbegrenzteVertrauen des Volkes verrathen" habe. Da wurde Brougham, dessen Geißel er ^oft gefühlt, sein Sachwalter gegen Jnglis: „Mir sind Diejenigen lieber, die im '
Leben die Erfahrung benutzen, als Diejenigen, die ein längeres Leben nur in hart- - ^»nackiger Verkehrtheit bestärkt, die Jahr auf Jahr die traurigen Früchte eines law