Otto (König von Griechenland)
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gemäß im Oct. vorgenommen wurde, kam es zwar wieder, namentlich durch dieHartnäckigkeit des türkischen Commissairs, Hussein-Bei von Konitza, zu Zwistig-keiten; allein im Dec. war das Geschäft doch so weit gediehen, daß man Anstaltentreffen konnte, auf der Ebene von Acta ein trigonometrisches Netz zu verzeichnen,um dann bei günstigerer Jahreszeit Karten von der griechischen Grenze zu entwer-fen, von denen ein Exemplar für die Pforte, ein anderes für die griechische Regent-schaft gefertigt werden sollte. Nicht viel schneller ging es mit der Realisirung derAnleihe von 60 Millionen Francs. Obgleich durch die Bestimmungen des Ver-trags vom 7. Mai die Gewährleistung der Anleihe gesichert war, und vorläufigüberhaupt nur für die eine Serie von 20 Millionen Francs verlangt wurde, sokam es darüber dennoch nicht allein im Parlament zu heftigen Discusstonen, son-dern auch oer französische Finanzminister Humann und der Oberst Paixhans hiel-5» un es noch für nöthig, der Erstere seinen im Jan. 1833 der Deputirtenkammec^ gemachten Vorschlag in Betreff der Garantie, der Andere etwas später den Com-n!lw missionsbericht darüber mit weitläufigen Auseinandersetzungen zu begleiten, umV- die Kammer zu überzeugen, daß die Gewährung der Garantie nicht nur ohne jedenNachtheil geschehen könne, sondern auch Frankreichs eignes Interesse, seine Ehre,sein Handel und seine höhere politische Stellung dieselbe gradezu nöthig mache.Einige Schwierigkeiten erhoben sich, als die griechische Regentschaft darauf be-stand, daß die Anleihe nicht in drei successi've Serien getheilt würde; und erstnachdem die Conferenz durch ofsi'cielle Mittheilungen vom 3. Jun. und 13. Nov.sich bereit erklart hatte, wenn das erste Drittheil unzureichend und der Pforte eineEntschädigung (nach Abzug der hierfür festgesetzten 12 Millionen Francs wärenja der Regentschaft von der ersten Serie nur 8 Millionen verblieben) zu zahlen sei,dm Mehrbedarf, und namentlich die zweite Serie, ja selbst die dritte zu verwilligen,im Falle die Regentschaft dies nach ihrer Ankunft als nothwendig erkennen sollte,mochte die Sache als genügend erledigt betrachtet werden.
Inzwischen hatte durch Vermittelung des Barons von Eichthal zu Münchendas Haus Aguado die Anleihe im Namen und für Rechnung der ersten Bankierszu Paris übernommen, jedoch so, daß durch einen besondern Vertrag mit ihm dasHaus Rothschild mit der Leitung dieses Geschäftes beauftragt wurde. Obgleichnun die Erstattung des Commissi'onsberichtes in den Kammern zu Paris nochlange Verhandlungen zur Folge hatte, welche erst in der Sitzung der Deputirten-kammec vom 22. Mai zu dem zu erwartenden Resultate führten, daß die Garantieder Anleihe mit 175 gegen 112 Stimmen genehmigt wurde *), und auch der kai-serlich russische Ukas über die Garantie der griechischen Anleihe noch zu erwartenwar, so glaubte man doch zu Ende des Nov. in diesem Punkte bereits hinlänglicheSicherheit zu haben, und da unterdessen auch die übrigen Vorbereitungen zur Ab-reise des jungen Königs und der Regentschaft ihrer Vollendung nahe gekommenwaren, so beschloß man, München spätestens in den ersten Wochen des Dec. zuverlassen. Dem zufolge trat König Otto am 6. Dec. in Begleitung seiner Alternund Geschwister, von welchen ihn der Kronprinz von Baiern bis nach Neapel be-gleitete, sein Reise nach Griechenland an, und kam über Florenz, Perugia undTerni am 20. Dec. in Rom an, wo ihm während eines achttägigen Aufenthaltssowol von Seiten des Papstes, welcher ihm bei feierlicher Einführung durch dendänischen Geschäftsträger Grafen Spaur namentlich das Schicksal der Katholi-ken in Griechenland ans Herz legte, als auch durch andere eben anwesende fürst-liche Personen und die Repräsentanten der europaischen Höfe alle seinem RangeA'' ^kommende Ehrenbezeigungen zu theil wurden. Von Rom setzte er seine Reisenach Neapel fort, schiffte sich am 10. Jan. nach Messina ein, und langte am 13.
, *) Dem Beschlüsse der Kammern zufolge ist die Garantie im Jun. 18ZZ durch eine^ königliche Verordnung förmlich übernommen worden. D. Red.