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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
393
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Otto (König von Griechenland)

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dieser unbestimmte, nichtige Zustand jedes weitere Bemühen zwecklos erscheinen lasse,so zog er sich von den öffentlichen Geschäften zurück, und begab sich am 2. Ott. nachHydra, denn er wollte nun einmal dem aufgelösten Senate, zugleich mit Kolettis,das Recht der Ergänzung nicht zugestehen, welches Metaxas und Zaimis für ihn inAnspruch nahmen. Am 3. Ott. erließ dagegen der Senat eine Proklamation an dieHellenen, worin er nicht nur seine bisherige Handlungsweise mit heftigen Angrif-fen gegen dieRegierungscommission und die Nationalversammlung zu rechtfertigensuchte, sondern auch, auf den Ausspruch der Residenten gestützt, gradezu die Be-fugniß, die ausübende Gewalt zu bilden, für sich als rechtlich begründet in An-spruch nahm und die Regierungscommission unverzüglich auf den gesetzlichenStand zu bringen versprach. Allein hierauf erfolgte nichts, und Kolettis, Me-taxas und Zaimis blieben allein die Repräsentanten der obersten Staatsbehörde.Zwar traten die Staatssecretaire der verschiedenen Ministerien täglich in bestimm-ten Sitzungen zusammen und erließen Decrete, die auch im Regierungsblatte be-kannt gemacht wurden; aber entweder kümmerte sich Niemand um ihre Existenzoder sie wurden nur nach dem Gutdünken der dabei interessirten Partei befolgt.Eine völlige Anarchie war davon die unvermeidliche Folge, welche vorzüglich imDepartement der Finanzen schmerzlich empfunden wurde. Um nur etwas Geldzu gewinnen, wurden, ungeachtet wiederholter Erinnerungen der Residenten undungeachtet des ausdrücklichen Verbots von Seiten der Regentschaft zu München,alle noch übrigen Staatsgebaude, sowie die vorhandenen Bauplätze und selbst derPlatz im Meere öffentlich an die Meistbietenden verkauft. Ebenso wurden ausdem Zeughause 700 Stück Gewehre und anderes Rüstzeug versteigert, nachdemdie Regierung schon vorher einen Theil der dort befindlichen Kanonen hatte weg-nehmen und zu Kupfermünzen umprägen lasten. Um diesem Unwesen einiger-maßen zu steuern, schenkte um diese Zeit der französische General Guehenec derKriegsschule und dem Waisenhause 2000 Francs, sowie der französische Artillerie-commandanl dem Zeughause 1500 Francs, um wenigstens der Veräußerung dervorhandenen Waffen vorzubeugen. Und gleichwol fehlte es beständig an Geld;was auf dem angegebenen unrechtmäßigen Wege gewonnen worden war, ver-schwand ebenso schnell wieder, ohne daß das Militair, ohne daß die Civilbeamten,welche alle seit mehren.Monaten vergeblich auf ihren Gehalt rechneten, befriedigtworden wären. Bei dieser Schwäche und Nichtigkeit der innern Verwaltung wares nur natürlich, daß die noch gegen die Regierung in Waffen befindliche Partei,unter Kolokotronis, Aavellas, Mamuris und Andern, täglich neue Kraft undEnergie gewann. Kolokotronis hatte die Generale der Regierung, Grivas undHadschi Christos, in Tripolizza angegriffen und zum Rückzüge nach Argos ge-zwungen; in einer Proklamation an die Peloponnesier vom 27. Aug. sprach erdann unumwunden seine Absicht aus, sich mit den Aufrührern im Norden des Pe-loponnes und jenseit des Jsthmos in Verbindung zu setzen. Ein aufgefangenerBrief Kolokotronis' an General Tyokris enthüllte noch bester seine Absichten undzeigte zugleich, inwiefern er bei der Ausführung auf seine Freunde in NaUpliarechnen konnte. Unterdessen rückte Aavellas mit 300 Mann von Patras nach Ar-gos vor, und begehrte von Grivas, daß er ihm die Hälfte der Stadt einräumensolle; noch während sich Grivas weigerte, erschien Kolokotronis, verband sich mitAavellas und vertrieb Grivas mit Gewalt, welcher sich gegen Korinth zurückzog,dieses bei einem Gefechte mit Mamuris in Brand steckte, und endlich in Misso-longhi, welches früher bereits sein Bruder besetzt und ausgeplündert hatte, festenFuß faßte Kolokotronis dagegen schlug sein Hauptquartier in Argos auf, setzteeine militairische Regierung ein, und schob seine Vorposten bis in die Vorstädte vonNauplia vor, von wo sie jedoch durch die Franzosen zurückgeworfen wurden. Ge-nug, Alles ging der allgemeinen Auflösung täglich mehr entgegen; den Mangel