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Dritter Band (1833) M bis R
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Otto (König von Griechenland)

gedeutet worden. Allein leider war in das ganze Finanzwesen zur Zeit Kapodi-strias' und seines Bruders Augustin, namentlich durch die vorläufige Verpachtungder Einkünfte auf mehre Jahre, eine solche Verwirrung gekommen, daß gradein diesem Zweige der Verwaltung der Herstellung einer systematischen, fruchtbrin-genden Ordnung die größten Hindernisse im Wege standen, welche gleich anfangsdurch bedeutende Misgriffe der neuen Finanzcommission noch vermehrt wurden. Somachte man unter Anderm, um nur etwas zu gewinnen, den Grundsatz geltend,die unter der letzten Regierung zum Nachtheil des Schatzes geschehenen Verpach-tungen der Zölle in verschiedenen Eparchien gegen Entschädigung der alten Pach-ter aufzuheben und neue anzuordnen. Bei der Ausführung jedoch verfiel mansogleich wieder in die alten Misbrauche, ließ die öffentlichen Interessen demPrivatvortheile begünstigter Freunde nachstehen, verpachtete an diese die eintrag-lichsten Zölle um halbes Geld, ohne auf mehr Bietende Rücksicht zu nehmen, undblieb zuletzt in der alten Trostlosigkeit, aus welcher nur unmittelbare Hülfe derAllianz, sei es durch außerordentliche Subsidien oder durch vorlaufige Bewilligun-gen auf die versprochene Anleihe, zu retten im Stande war.

Natürlich brachte dies auch in alle übrigen Schritte der Negierung jenenachtheilige Unbeholfenheit, welche sie in der Meinung des Volkes nach wenigenWochen so sehr herabsetzte. Zum Beweise diene das Benehmen gegen Zavellas,welcher fortwahrend unter dem Verwände, als schütze er die Rechte des neuenSouverains gegen eine unrechtmäßige Regierung, Patras und die Umgegend be-herrschte und heimsuchte. Denn als die liberalen Mitglieder der Regierungscom-mission darauf drangen, man sollte Gewalt gegen Zavellas brauchen, widersprachZaimis gradezu diesem Plane, indem er meinte, Gewalt dürfe man nicht brau-chen, so lange noch Bedenklichkeiten gegen die Rechtmäßigkeit der Regierung er-hoben werden könnten, vorzüglich aber dürfe man sich nicht auf unbezahlte Trup-pen verlassen und den Wohlstand, Handel, ja selbst die Existenz von Patras soleicht aufs Spiel setzen. Man solle daher lieber Unterhändler an ihn schicken,welche mit einigenFonds,etwa4050,000 Piastern, versehen, vielleicht die Trup-pen durch abschlägige Zahlung zur Rückkehr zum Gehorsam bewegen möchten.Nun war man zwar diesem letztern Vorschlage nicht abgeneigt, hielt es aber auchzugleich für nöthig, den Unterhandlungen durch die Waffen einigen Nachdruck zugeben. Man beschloß daher endlich, Zavellas für einen Rebellen zu erklären undgegen ihn ein Truppencorps unter Noto Bozzaris auszuschicken. Dieser erhieltjedoch zugleich die Weisung, erst noch eine friedliche Ausgleichung zu versuchenund nur in dem Falle, wenn dieser Versuch mislingen werde, Zavellas das Decretzu übergeben, wodurch er zum Rebellen erklärt ward, und die Belagerung vonPatras ohne Verzug zu beginnen. Zugleich wurden die Residenten von diesen Beschlüssen in Kenntniß gesetzt und ersucht, zu ihrer Ausführung insofern mitzuwirken, als sie Zavellas zur Aufnahme der französischen Besatzung in Patras bestimmen sollten. Die Residenten foderten hierauf zwar die Eonsuln der drei Mächtezu Patras auf, die nöthigen Schritte zu thun, ließen zugleich aber auch Zavellaszu wissen thun: daß, im Fall er auf seiner Weigerung beharre, man alle Mittelanwenden würde, um die Regierung von Gewaltmaßregeln gegen ihn abzuhalten,als welche den friedlichen und versöhnenden Absichten der drei Mächte entgegenseien. *) Diese Erklärung war zu deutlich, als daß die Regierung länger in

*) Die Erklärung lautete wörtlich:Vvus lni cleelarei-s?, g»e llans le

e»s, le ßsnsr»! Asvella» persistsit llan» son relu» <le remettre la eit»tlelle ace» troupes, il lieit etr« eonveineu, gue nous fei ans tous nos elfurts pour clö-tourner !e Gouvernement ll'emplo^er eontre lni iles mesures eoereitives, gm se-rnient eontrsirss nux tlireetivns pneitigue» et conoiliante-s gue nous nvons reyu«le ln eonksrenee lle 1-onüres; mms en weme temps, gue nous le renllons res-ponsable lle sa resistsace et lies eonssguences gu'elle pvurra entratner." (Allge-meine Zeitung", 133L, außerord. B. Nr- 310 u. 311.)