Nostitz
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sondern auch ein mit jedem Monate zunehmender Überschuß die Folge der zweck-mäßigen und glücklichen Bearbeitung gewesen ist. Die Nasse des Sommers 1830äußerte einen nachtheiligen Einfluß auf die Ernte in den meist, n Gegenden desLandes; allein die Freiheit des Getreidehandels und der in Beziehung auf Backenund Verkaufen des Brots gewährte freie Verkehr, verbunden mit dem sich äußern-den Geiste der Wohlthätigkeit und der Genügsamkeit der Landbewohner, beugteallenthalben der Hungersnoth vor. Auch waren die öffentlichen Magazine hin-länglich gefüllt, um den hülfsbedürftigsten Bauern mit Saatkorn auszuhelfen.Der Sommer 1831 entsprach wegen seiner Trockenheit keineswegs den Hoffnun-gen einer guten Ernte, und während einiger Monate wurde die zollfreie Einfuhrvon Getreide verstattet. Dessenungeachtet überstiegen die Zolleinkünste den Vor-anschlag im Budget. Die Fischereien waren ergiebig und der Handel mir getrock-neten Fischen, Heringen und Hummern hatte seinen gewöhnlichen lebhaften Gang.Auch war die Aussuhr von Eisen und Kupfer im Zunehmen. Allein der Handelmit geschnittenen Bretern nach England litt durch die Bevorzugung der canadi-schen Holzhändler, indem das Parlament den Vorschlag der Minister zur Erleich-terung der nordischen Schiffahrt verwarf. Die Vorkehrungen der Regierung zurAbwehrung der Cholera entsprachen ganz den Erwartungen, und die Krankheit zeigtesich nur schwach in einigen Orten. Endlich verdient die Zunahme der Zeitungen er-wähntzu werden,wie auch,daß, ungeachtet der freimüthigenSprache der meisten Blät-ter, kein Schriftsteller auf höhern Befehl unter Anklage gestellt worden ist. (1)
Nostitz (August Ferdinand Ludwig, Gras von), preußischer General, ge-boren am 27. Dec, 1780 in dem seinem Vater zugehörenden Ort Zessel bei Öls,desuchte seit 1793 die Schule zu Öls, und studirte seit 1797 zu Halle, von wo er1799 nach Schlesien zurückkehrte, um nach erlangter Volljährigkeit die von seinemOheim, dem Baron von Zedlitz, ererbten Güter anzutreten. Er wurde 1802 alsLieutenant bei dem Regiment Garde du Corps angestellt und kam nach Potsdamin Garnison, 1803 aber, zu dem damals neu errichteten Dragonerregiment vonWobeser versetzt, lebte er in Duderstadt, später in Hildesheim in Garnison undrückte noch im Dec. desselben Jahres zum Premierlieutenant aus. Bei der Rü-stung des preußischen Heers 1805 marschirte sein Regiment nach Münster, kamunter die Befehle des Generals von Blücher, und blieb daselbst bis zum Ausbruchdes Kriegs von 1806. In dieser Zelt wurde der Grund der Zuneigung und desVertrauens gelegt, wovon Blücher bis an das Ende seines Lebens dem Grafen N.Beweise gegeben hat. N. wohnte der Schlacht bei Jena und den Gefechten beiNordhausen und Prenzlow bei, bis die an letzterm Ort zwischen dem Fürsten vonHohenlohe und Murat geschlossene Capitulation die erste Epoche seiner militairi-schen Laufbahn schloß. Er ward, wie das ganze Ossiziercorps des Regiments,unter dem Versprechen, ohne Auswechselung nicht ferner zu dienen, entlassen, und be-gab sich auf seine Güter in Schlesien. Gras Götz, General und Adjutant des Königs,war Gouverneur dieser Provinz, aber er sowol als die geringen ihm übriggebliebe-nen Streitkräfte hatten sich nach der Grafschaft Glatz zurückziehen müssen. Als einaus Ehrenwort entlassener Gefangener konnte N. nicht persönlich an dem KampsAn-theil nehmen, allein er wandte alle ihm zu Gebote stehenden Mittel an, die Hülss-quellen zu dessen Fortsetzung zu vermehren. Er erbot sich eine Escadron auf eigneKosten zu errichten, welches von dem König angenommen wurde; als aber dieAnkaufe des Materials fast beendigt waren, machte der abgeschlossene Frieden dieweitere Ausführung unnöthig. Der König ernannte ihn 1807 zum Rittmeister.Der Wunsch zu reisen, und das schmerzliche Gefühl der drückenden französischenTyrannei, veranlaßten ihn 1810 seinen Abschied zu nehmen, worauf er in Beglei-tung einiger Freunde nach Wien ging, den Herbst in der Schweiz und den Win-ur in Italien, größtentheils in Rom zubrachte. Im Mai 1811 reiste er nach Pa-