Naegeli
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land zurückgekehrt, ward er als Physicus in Barmen angestellt, wo er als Arzt undGeburtshelfer das größte Vertrauen genoß und zum Municipalrath und Mitvor-steher einer allgemeinen Armenanstalt erwählt wurde, deren Hauptstifter er war.So lange er das Physicat verwaltete, widmete er sich mit besonderer Vorliebe demUnterricht angehender Wundarzte und Hebammen. Er wurde 1807 als außeror-dentlicher Professor nach Heidelberg berufen, und 1810 ordentlicher Professor undDirector der Entbindungsanstalt, an welcher er bereits drei Jahre hindurch die ge-burtshülfliche Klinik geleitet hatte. Im folgenden Jahre ward ihm auch der Un-terricht der Hebammen übertragen. Er wurde 1829 nach Berlin an die Stelledes verstorbenen Elias von Siebold und bald nachher von dem Herzog von Nassauzum Leibarzt berufen, lehnte aber beide Anträge ab. Der Großherzog von Badenerhob ihn dagegen 1832 zum Geheimrath. Seine Vorträge umfassen hauptsäch-lich Geburtshülfe und die Krankheiten der Frauen und Kinder und zeichnen sichdurch ungemeine Gründlichkeit und Faßlichkeit aus. Er steht sowol hinsicht-lich seiner ausgebreiteten Kenntnisse als des Reichthums seiner Erfahrungenund der klaren Übersicht des ganzen Gebiets seiner Kunst unter den deutschenGeburtshelfern jetzt in der ersten Reihe, und die Heidelberger Entbindungs-anstalt ist durch seine rastlosen Bemühungen zu einem der ersten Bildungs-institute für Geburtshelfer erhoben worden. Außer seinem akademischen Wir-kungskreise hat er durch mehre vorzügliche Schriften die Wissenschaft gefördert,und nachdem er zuerst durch seinen „Beitrag zu einer naturgeschichtlichen Darstel-lung der Entzündungen und ihrer Ausgänge :c." (Düsseldorf 1804) Aufmerk-samkeit erregt hatte, trat er mit den „Erfahrungen und Abhandlungen aus demGebiete der Krankheiten des weiblichen Geschlechts" (Manheim 1812) und der„Schilderung des Kindbetterinnensiebers" (Heidelberg 1812) in das Feld, das erseitdem erfolgreich anzubauen fortgefahren hat. Seine Schrift „Über den Mecha-nismus der Geburt" (2. Ausg., Heidelberg 1822) ward in das Französischeund Englische übersetzt. Darauf folgten „Über der Frau Lachapelle ?ractic;ue liesacccuckemens" (Heidelberg 1823); „Das weibliche Becken" (Karlsruhe 1825,4.);„Lehrbuch der Geburtshülfe für Hebammen" (2. Ausg., Heidelberg 1823).Wigand's hinterlassen? Werke gab er unter dem Titel: „Die Geburt des Men-schen" (2 Bde., Berlin 1820), mit einer Biographie desselben heraus. Un-ter seinen akademischen Schriften sind besonders zu erwähnen: „Eommenwtiocke cezchalsematomate etc." (Heidelberg 1822); „Dissertatio eididens casumrarissimum ;>artus, l^ui propter exostosiu m zielvi absvlvi nun pvtuit" (Heidel-berg 1830, 4.); „De jure vitae et uecis, ^uock competit meckico in partu" (Hei-delberg 1826). Aufsätze von ihm stehen in Hufeland's „Journal", in Meckel'6„Archiv für die Physiologie", und in den „Heidelberger klinischen Annalen", derenMitherausgeber er ist.
Naegeli (Hanns Georg), geboren in der Schweiz um 1770, hat sich nichtnur als Theoretiker und Antiquar, sondern auch als Componist und praktischer Leh-rer große Verdienste um die Musik erworben, und seine Wirksamkeit als gebildeter,kenntnißreicher Vorstand einer Musikhandlung, die er seit 1793 in Zürich gegrün-det hat, ist von sehr günstigem Einflüsse gewesen. Seine Verdienste als Compo-nist bestehen vorzüglich in kleinern Arbeiten für die Singstimme, unter welchen sicheinige Liedersammlungen auszeichnen. Vielleicht hat nie eine Composition in die-ser Gattung eine solche Popularität gewonnen als fein durch ganz Europa verbrei-tetes Lied: „Freut euch des Lebens", welches zuerst 1794 mit Begleitung derHarfe oder des Klaviers in Zürich in der Musikhandlung des Componisten erschienund seitdem bis auf den heutigen Tag in ganz Deutschland von jedem Kinde ge-kannt und gesungen wird; aber nicht nur hier, sondern mit übersetztem Text auchin Frankreich, Italien, England, Schweden und Dänemark; wer weiß, ob nicht