Druckschrift 
Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
114
Einzelbild herunterladen
 

l 14 Miaulis

Mann, um neben diesem hochstudirten Lord zu stehen, der von nichts als großenPlanen spräche, die Wegnahme aller festen Platze der Türken für das Werk von14 Tagen halte und dann, wenn es zum Treffen komme, das Mislingen seinerUnternehmungen immer auf die Unzulänglichkeit der Mittel schiebe. Wie sehr esihm hiermit wirklicher Ernst war, bewies er dadurch, daß er sogleich nach der Rück-kehr von dem mislungcnen Zuge des Lords Cochrane nach Alexandrien imJul. das Commando der Hellas niederlegte und sich mit der ihm zugehörigenBrigg nach Poros zurückzog.

Während M. theils hier, theils in Hydra ohne weitere Theilnahme an demStaatsdienste lebte, gaben die Schlacht bei Navarin und die Ankunft des Präsi-denten Kapodistrias den Verhaltnissen eine ganz andere Gestalt. Cochrane verließGriechenland, und M. trat, von Kapodistrias gleich anfangs sehr ausgezeichnet,als Commandant der Hellas wieder in die Dienste der Negierung. Allein dieGlanzperiode der griechischen Marine war längst vorüber, und Alles, was M. thunkonnte, war ein glücklicher Seezug gegen die in den Buchten der Insel Skopelosheimischen Piraten und ein vergeblicher Versuch, das abermals von Türken be-setzte Chios zu befreien. Schon seit dem Ende des Jahres 1828 lagen die wenigenSchiffe, welche als Staatseigenthum betrachtet wurden, meist müsfig in dem Ha-fen von Poros, während die Regierung fast nichts that, die Flotte zu heben und zuerhalten. Hierzu kam noch, daß die Art, wie der Präsident die Schiffe der Hy-drioten für den Staatsdienst in Anspruch nehmen wollte, schon im ersten Jahreseiner Verwaltung zu Misverständnissen Veranlassung gab, welche selbst M. ge-gen die Absichten der Regierung mistrauisch gemacht haben mögen. Um so mehrlag es dem Präsidenten daran, M. für die Interessen der Regierung zu gewinnen,was er vielleicht am besten dadurch zu erreichen hoffte, daß er ihn bei der neuenOrganisation der Staatsverwaltung zu Ende des Jahres 1829 zum Chef undOberaufseher des Kriegshafens von Poros ernannte. Nichtsdestoweniger schloßsich jedoch M. während des Jahres 1830 an die Oppositionspartei an, welchemHydra ihren Sitz hatte. Vielleicht bestimmte ihn hierzu am meisten das Beneh-men des unfähigen Viaro Kapodistrias, welchem der Präsident um diese Zeit dasGeneralcommissariat der Marine übertragen hatte. Da Admiral Sachturis undder Mirarch Kanaris zu Stellvertretern des Admirals M. im Hafen von Poroserwählt worden waren, so konnte er ohne Schwierigkeit den größten Theil desJahres aus Hydra zubringen, das er kaum mehr verlassen zu haben scheint, alsdie feindliche Stellung der Hydrioten gegen die Regierung einmal entschieden war.Seitdem wurde M. einer der muthvollsten Vertheidiger der Grundsätze der Oppo-sition und räumte ungeachtet seiner Mäßigung seinen Gegnern nie das Geringsteein, sobald es zum Nachtheil Dessen hätte geschehen müssen, was er für Recht er-kannt hatte. So erklärte er, als zu Anfang des Jahres 1831 der Präsident mitden Hydrioten nochmals in Unterhandlungen trat und dabei die Auslieferung desaus Nauplia nach Hydra geflüchteten Redacteurs des „Apollon", Polyzcüdes, zurunumgänglichen Bedingung jeder Ausgleichung machte, gradezu, Hydra werdesich nicht so sehr entehren, einen Bürger, der die Vertheidigung der Freiheit undder Rechte der Griechen übernommen habe, auszuliefern, das Journal „Apollon"werde mit dem Willen der Hydrioten nie aufhören, noch würden sie sich einemPreßgesetz unterwerfen, welches in offenbarem Widerspruche mit den Grundgesetzendes Landes stehe. Auch ward M. zum Mitglieds der Commisfion erwählt, welche,aus sieben Bevollmächtigten bestehend, nach der Flucht des Negierungscom-missairs Mauromati die Verwaltung der Insel übernahm. Wir brauchen hiernicht zu wiederholen, wie nach diesen Vorfallen die Spannung durch die Hart-näckigkeit des Präsidenten und die Beharrlichkeit der Hydrioten bis zu jenenunglückseligen Vorfällen bei Poros getrieben wurde, welche die Vernichtung