N2 Miaulis
Corvetten und 20 Transportschiffe, drang dann selbst in die belagerte Stadt undrvüthete hier mehre Stunden, bis ein großer Theil derselben und alle Vorräthe desFeindes an Pulver, Munition und Proviant ein Raub der Flammen gewordenwaren. Dieser Schlag konnte zwar das damals am meisten bedrängte Navarinnicht retten, hatte aber doch auf die Bedingungen der Capitulation dieses Platzes,welche am 18. Mai abgeschloffen wurde, einen den Belagerten sehr günstigen Ein-fluß. Wenige Wochen nach diesem Vorfalle vereinigte M. sein kleines Geschwaderwieder mit dem des Admirals Sachturis, welches um dieselbe Zeit, am 1. und2. Zun, eine andere Abtheilung der feindlichen Flotte unter Topal Pascha bei derInsel Andros in die Flucht geschlagen hatte. Der Hauptzweck dieser Vereinigung,Ibrahim Pascha so viel als möglich die Verbindung mit Alexandrien abzuschnei-den, wurde indessen nicht erreicht. Eine Branderexpedition gegen den Hafen vonAlexandrien im Aug. mislang völlig, und als M. im Sept. ein ahnliches Unter-nehmen gegen den Hafen von Suda, wohin sich der Kapudan Pascha begeben hatte,um die aus Ägypten angekommenen Verstärkungen nach Navarin zu bringen, aus-führen wollte, nöthigten ihn widrige Winde zum Rückzüge, sodaß der KapudanPascha ohne Hinderniß den Hafen verlassen konnte und glücklich bei Navarin lan-dete. M. folgte der 120 Segel starken Flotte, legte zuerst bei der kleinen InselSapienza an, wo er den Hafen von Navarin genau beobachten konnte, begleitetedann von fern den Kapudan Pascha auf seiner Fahrt nach Patras, nahm bei CapTornese etwa 400 Griechen, die hier von Ägyptern belagert wurden, an Bord, umsie nach Zante zu führen, und wagte bereits am 25. und 26. Nov. bei Cap Papasund Cap Skrophes einige Angriffe auf das 40 Segel starke Hintertressen der feind-lichen Flotte, welches sich hierauf, obgleich ohne wesentlichen Verlust, nach derRhede von Patras zurückzog. Auch hierhin folgte M., nachdem er sich zuvor aber-mals mit Sachturis vereinigt hatte, steckte am 8. Dec. eine feindliche Fregatte inBrand und nahm Tags darauf mehre Transportschiffe weg. Gleichzeitige Unfällezu Lande brachten den Zorn Ibrahim Paschas aufs höchste, sodaß er den Kapu-dan Pascha Mehemed Topal veranlaßt?, den Griechen ein Seetressen zu liefern,von welchem man sich den besten Erfolg versprach, da man von dec Verstärkungder hellenischen Flotte durch Sachturis noch nicht unterrichtet war. Sie belief sichjetzt aber auf 76 Fahrzeuge und hatte eine vortheilhafte Stellung hinter Cap Pa-pas eingenommen; mit 98 Segeln bot ihr am 8. Jan. 1826 der Feind dieSchlacht. Lange schwankte die Entscheidung; M.'s Admiralschiss wurde durchdas feindliche Feuer so zertrümmert, daß er sich genothigt sah, die 'Admiralsflaggewährend des Gefechts auf einem andern Schiffe aufzupflanzen; ja der Sieg neigtesich schon ganz auf die Seite des Feindes, als endlich die griechischen Brander seineLinien in Unordnung brachten; drei Fregatten gingen in Feuer auf, ein Linien-schiff lief bei Missolonghi auf den Strand, und 14 kleinere Kriegsschiffe wurden dieBeute der Hellenen, welche im Ganzen nur vier Briggs verloren. Der KapudanPascha zog sich hierauf unter die Kanonen des Forts von Lepanto zurück, erschienaber schon zu Ende des Monats wieder in offener See, um die von M. beabsichtigteVerproviantirung des hart bedrängten Missolonghi zu verhindern. Nach mehrenkleinen Gefechten behielten die Griechen abermals durch ihre Brander die Ober-hand, schifften bei dem Fort Wassiladi einen bedeutenden Transport von Lebens-mitteln und Kriegsvorrathen aus und zogen sich ohne weitern Verlust zurück. Ingleicher Weise wiederholten sich die Kampfe zwischen Admiral M. und dem Kapu-dan Pascha noch einige Male, ohne daß die Katastrophe von Missolonghi, welchesam 22. Apr. siel, abgewendet werden konnte.
Seitdem wandte sich die Seemacht der Hellenen wieder nach dem Archipel,um theils die Verbindung des Feindes mit den Dardanellen und Alexandrien zuverhindern, theils sich gegen die östlichen Inseln zu versuchen, welche man noch der