Meteorologie .
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Thermometers an und vergleicht stets die Stande, welche beide Instrumente an5/°' zwei aufeinander folgenden Tagen zu derselben Stunde zeigen, so findet man mei-ftens, daß das Barometer von einem Tage bis zum folgenden gestiegen ist, wenn das2"" Thermometer gesunken war, und umgekehrt. Im Winter tritt dieses Gesetz weit^ auffallender hervor als im Sommer, jedoch gibt es auch manche Ausnahmen.Man findet z. B. nicht selten, das Barometer sei gestiegen, während das Ther-mometer unverändert blieb. Hat man jedoch Gelegenheit, bei Anomalien dieserArt Beobachtungen von sehr entfernten Gegenden zu vergleichen, so findet manhier meistens eine sehr bedeutende Zunahme der Wärme mit sinkendem Barometer;die Luft der obern Regionen war aus dieser Gegend nach derjenigen geflossen, derenTemperatur sich nicht geändert hatte. Die Winde haben noch zun» Theil die Tem-peratur der Gegenden, aus welchen sie kommen; hat man längere Zeit Beobach-tungen an einem Orte angestellt und stellt nun die Temperaturen nach den Windenzusammen, so sind Südwestwinde in unfern Gegenden die wärmsten, Nordostwindedie kältesten. Diese Temperaturdifferenz wird auch durch das Barometer ange-zeigt; mehre Linien steht dieses bei Nordostwind höher als bei Südwestwind. DerUnterschied würde noch weit größer sein, wofern die Windfahnen nicht so häufigvon örtlichen Stürmen bewegt würden, die sich nur an der Oberfläche der Erde zei-gen. Je mehr man sich überhaupt mit diesem Phänomene beschäftigt, desto mehrgelangt man zu der Überzeugung, daß das Barometer nur Temperaturverschieden-heiten benachbarter Gegenden anzeigt. Wären diese Verschiedenheiten nicht zu-gleich von andern Phänomenen begleitet, so würde das Barometer nicht zu derEhre gekommen sein, die Stelle eines Wetterpropheten zu begleiten. Wir haben so-eben bemerkt, daß das Barometer bei Südwestwind am niedrigsten steht, und frü-her bereits haben wir erwähnt, daß eben dieser Wind uns den meisten Regenbringt. Wenn daher das Barometer sinkt, so schließen wir auf baldiges Regen-wetter. Meistens ist allerdings die Wärmevertheilung in Fällen dieser Art sobeschaffen, daß Südwestwinde wehen, und dann erfolgt Regen; es sind aber hier soviele andere Combinationen möglich, daß zu solchen Zeiten sehr wohl gutes Wetterfolgen kann. In Fällen dieser Art sagt man: das Barometer zeige falsch; mansollte sagen : die Vorstellung, die man vom Barometer hat, sei falsch.
Je größer die Temperaturverschiedenheiten benachbarter Gegenden sind, destogrößern Schwankungen ist das Barometer unterworfen, und dann zeigen sich hausigheftige Stürme. Untersucht man dann, wenn das Barometer an einem Orte unge-wöhnlich niedrig stand, Temperatur und Luftdruck an einem großen Theile der Erde,so überzeugt man sich nicht nur von dem Zusammenhange beider, sondern man erkenntauch, daß alle großen Bewegungen der Atmosphäre sich über einen großen Raum er-strecken. Beobachtungen aus Europa genügen nicht; es müssen dieselben sich überAmerika und Asien erstrecken. Nicht selten geschieht es, daß das Barometer an war-men Wintertagen in ganz Europa einen sehr niedrigen Stand hat; da dieses nur dieGegenden sind, aus denen wir in der Regel Beobachtungen vergleichen können, sowurde angenommen, hier sei ein Theil der Luft auf irgend eine Art verschwunden;kann man jedoch in Fällen dieser Art Beobachtungen aus Asien oder Amerikavergleichen, so findet man hier gewöhnlich sehr starke Kälte mit hohem Stande desD Barometers.
Eine nähere Vergleichung dieses Gegenstandes zeigt uns, daß dann, wenn^ die Witterung in einer Gegend der Erde sehr von dem gewöhnlichen Gange ab-weicht, dieses auch in andern Gegenden stattfindet. Ein Beispiel dieser Art liefertuns der Winter 1621 — 22. So niedrig, als es früher nie bekannt war, stand^ Barometer um Weihnachten, heftige Stürme aus SW. herrschten aus dem^ atlantischen Meere, und der ganze Winter war sehr naß und so mild in Europa, alsks gelten geschieht. In dem nächstfolgenden Sommer regnete es in den meisten