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und selbst dem gelehrten Hooker (1809), war Manches über Geographie, Klima,Naturprodukte, Geschichte, Sitten, Gebrauche und Gesellschaftsverhaltnisse jeneshoch im Nordmeer wie eine Oase in sturmbewegter Wüste hingeschleuderten Ei-lands und dessen Bewohner entgangen. Geologische Studien veranlagen den ge-bildeten, mit allen äußern Mitteln reichlich ausgestatteten Mann im Sommer 1810in Begleitung zweier jungen Gelehrten von Edinburg, 0r. Henry Holland und Ri-chard Bright, nach Island zu reisen, um die Theorie der Erdbildungslehre in dergroßartigen Natur des Hekla, Kribla, Geysec, Snäfjät selbst aufzusuchen. NachEngland heimgekehrt, gab er eine Beschreibung derReise heraus: „Travels in lee-luntl" (Edinburg 1811), die an Gediegenheit nichts mehr zu wünschen übrig ließ,und der in neuester Zeit nur die eines Gliemann und Thienemann an die Seitegesetzt werden kann. Die Nachrichten über die Geschichte, Literatur, Regierungs-form, Gesetze und den religiösen Bildungszustand sind von Holland, das Thier-und Pflanzenkundliche von Bright, der mineralogische, geographische und geogno-stische Theil aber aus M.'s Feder. (8)
Magendie (Francis), Professor der Medicin in der medicinischen Facultätder Universität Paris, Arzt am Hotel Dieu daselbst, einer der merkwürdigstenPhysiologen unserer Zeit, ist im Oct. 1733 zu Bordeaux geboren. Er machte seineSchulstudien in Paris, wohin sein Vater, der Arzt war, sich später begeben hatte,und begann seine medicinische Ausbildung schon im 15. Jahre. Eine großeNeigung zog ihn zur Anatomie, die er unter Voyer, dessen Gehülfe er später wurde,mit unermüdlichem Eiser lernte und lehrte; dabei widmete er sich aber auch spaterden praktischen Thcilen der Medicin nach den gesetzlichen Vorschriften und kehrtedann, als er Prosector an der Facultat geworden war, mit erneuerter Vorliebe zurAnatomie zurück. Er hatte es in den anatomischen Demonstrationen, wie in derDarstellung anatomischer Präparate zur größten Fertigkeit gebracht. M.'s tha-tiger Geist überschritt jetzt mit großer Kühnheit die Grenzen der damaligen physio-logischen Lehre, indem er der Ungeheuern Menge von Ansichten, Meinungen undHypothesen, welche auf dem Gebiete derselben zur Tagesordnung gehörten, denKrieg erklärte und auf dem Wege des Experiments die Physiologie zu erläuternsuchte. Mit einer wahrhaften Leidenschaft, die M.'s zahlreiche Feinde nicht seltenBlutdurst nannten, begann er an lebenden Thieren eine große Reihe von Experi-menten über die wichtigsten Erscheinungen des Lebens, setzte diese mit unermüdcterAusdauer viele Jahre hindurch fort, und trug dadurch sehr viel zur Aufklärung derdunkelsten physiologischen Gegenstände bei. Wir erwähnen nur: die Absorptionder Venen, den Act des Erbrechens, die Function der Epiglottis, der Netzhaut,die Verrichtungen des Gehirns im Allgemeinen und in seinen einzelnen Thei-len u. s. w. Außer einem Handbuche über die Physiologie („?i-eci5 elementmretle pk^siologie", 2 Bde., Paris 1816), das Resultat seiner Experimental-forschung, der er auch eine besondere Zeitschrift widmete, hat er bis jetzt keingrößeres wissenschaftliches Werk geliefert, wol aber eine umfassende wissenschaft-liche Thatigkeit in einer großen Reihe von Memoiren und akademischen Beurthei-lungen entwickelt. In Deutschland hat eine kleine pharmakologische und therapeu-tische Schrift aus seiner Feder: „Vorschrift zur Bereitung und Anwendung einigerneuen Arzneimittel', mit Zusätzen von Kunze (6. Aufl., Leipzig 1831), großenBeifall erhalten. M.'s physiologische Forschungen sind nicht ohne Einfluß auf diepraktische Medicin geblieben, in der sein Name oft genannt wird. Das größteAussehen hat die von ihm zuerst empfohlene und angewendete BeHandlungsweiseder Hundswuth beim Menschen durch Einspritzungen von Wasser in die ge-öffneten Blutadern gemacht. Leider hat sie jedoch keine günstigen Resultate ge-geben. (2)Magnuscn (Finn), wurde 1781 in Skalholt auf Island geboren. Sein