43
zelncr erleuchteter Köpfe zu realisiren, und ver-nunftgemäßere Staatseinrichtungcn zn treffen, nichtminder in der Unwissenheit und Versunkenhcit deruntern, als in dem Egoismus der bevorrechtetenStände, größtentheils unüberwindlichen, häufigempörenden Widerstand fanden, wovon die Ge-schichte Kunde gibt, und so kann mau nicht mit völ-liger Zuversicht jener Hoffnungen gedenken, welchedie Revolution feindselig zerstört haben möchte.
Doch sind dies Alles nur unsichere Reflexionen:die Revolution hat ihren blutigen Kreislauf vol-lendet, und da wir ihre Schrecknisse und Gräuclempfunden haben, so mögen wir auch, was sieuns als Ersatz geboten hat, genießen.
Jede Revolution — gewaltsame Unterbrechungdes ruhigen, naturgemäßen Entwickelungsgangesdes Völkerlcbens — ist ein Unglück; die gutenFrüchte, die jene Revolution gebracht hat, sindimmer noch zn theuer erkauft, und wir rechnen sieunbedenklich zu den schrecklichsten Ereignissen, welcheder Menschenfreund zu beweinen hat. — Andersindessen ist schon die Sache für Frankreich selbst,als für die andern Staaten.
Wenden wir von Frankreich den Blick weg,und beschränken uns auf die Betrachtung: welcheVerdienste um Deutschland jener Gesetzgebung zu-geschrieben werden dürfen, in welcher die Erfolgeder Revolution in Beziehung auf bürgerlichesRecht niedergelegt sind, so stellt sich hier fol-gendes Verhältniß heraus. Hat che schnell unddurchgreifend Verbesserungen ins Leben gerufen,in kräftigen Grundzügcn höhere bürgerliche Frei-