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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
756
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756 Kortüm

den Ufern der Severn, die mit Koprolithen, Knochen, Graten, Schuppen und an-dern Thierresten dermaßen erfüllt ist, daß man vermuthen muß, sie sei die sentmäoder doucu nmximu für alle thierischen Abfalle eines urweltlichen Meerbassins ge-wesen. Eine ähnliche Zwischenschicht von Koprolithen, Knochen, Zähnen, Grätenu. f. w. findet sich bei Bristol zwischen dem alten rochen Sandsteine und Bergkalk.Auch in den Formationen des Jurakalkes, des Grünsandes und der Kreide hat manKoprolithen verschiedener Thierarten gesunden. Eine zwar sehr neue, aber invieler Hinsicht merkwürdige koprolithische Bildung ist der Guano, Mist von Fla-mingos, Eormoranen und andern Seevögeln, der an der Küste von Peru in dererstaunlichen Ausdehnung von mehr als 100 Meilen Länge, bei oft 50 60 FußMächtigkeit abgelagert, zumal aber in der Nähe von Arica aufgehäuft ist. Seildem 12. Jahrhunderte wird dieser Guano als ein höchst wirksames Düngmittelbenutzt; er bildete unter der Regierung der Jnkas einen wichtigen Gegenstand derStaatswirthschaft und wird noch gegenwärtig bis zu 130,000 Centnern jährlichgewonnen, wofür ebenso viel und noch mehr Piaster bezahlt werden. Die Ko-prolithen haben erst in der neuem Zeit die besondere Aufmerksamkeit der Naturfor-scher erregt, sie verdienen aber die fortgesetzte Beachtung nicht nur der Geologen,sondern auch ganz vorzüglich der Zoologen, weil sich von dem Studium ihrer For-men, ihrer Dimensionen, ihrer Einschlüsse u. s. w. die wichtigsten Aufschlüsseüber die Organisation und Lebensart vieler urweltlichen Thiergattungen erwar-ten lassen. (19)

Kortüm (Johann Friedrich Christoph), Professor der Geschichte an der Aka-demie zu Bern. Die Stammältern dieses deutschen Geschlechts von altem Schrotund Korn wohnten, wie weitläufige, von dem jetzt verstorbenen, in Bochum in West-falen wohnhaften Arzt, Kortüm (Verf. derJobsiade") gemachte Untersuchungenund gesammelte Zeugnisse beweisen, in Friesland und besaßen am Dollart dieBurgen Mellum, Rondum, Kortum, waren fchdelustige und mächtige Ritter,welche manches Abenteuer bestanden. Durch die ostsricsischcn Überschwemmungender Jahre 1208 und 1570 gedemüthigt und in Armuth gebracht, gab die Familieihren Adel auf, worauf sie nach Bremen, Hamburg, Aschcrsleben, Mecklenburgauswanderten und bürgerliches Geschäft trieben, auch als Prediger, Arzte, Advo-katen, theils dort, theils in Westfalen, wohin sich ein Zweig in der erstm Hälftedes 18. Jahrhunderts wandte, guten Leumund und ein anstandiges Auskommengewannen. Sie mußten jetzt ihre geistigen Kräfte aufbieten, indeß früher meistensdie leibliche herrschte, wie sie im Wappen, das sonst aus dem Helme und im Schildeeinen Rosenstrauß, Sinnbild der heitern und üppigen Lebenslust, führte, denPelikan, das Zeichen der brüderlichen 'Arbeit und Hingebung, nicht ohne Bezugauf die geänderten Verhältnisse, annahm. Dies zeigte besonders tatsächlichRenatus Andreas K., ein gelehrter und freimüthiger Mann. Er schrieb,neben mehren gedruckten Abhandlungen über theologische Gegenstande, eine nurhandschriftlich vorhandene Geschichte der Grafschaft Mark, schirmte als Predigerder dortigen Gemeinde Hottingen die Rechte des Landes gegen die, unter KönigFriedrich Wilhelm I. übliche preußische Soldatenpresse, wurde deshalb 1721 ab-gesetzt, als Staatsgefangener nach Berlin gebracht, aber bei seiner gründlichen undgeschickten Vertheidigung auf unmittelbaren Befehl des Königs freigegeben undals Prediger nach Lebus versetzt. Die Geschichte dieser Familie zeigt noch mehreähnliche Züge einer gewissen Charakterstärke und Selbständigkeit. So geriethK.'s Großvater, Georg Siegfried K., Prediger zu Eichhorst in Mecklenburg-Strclitz, noch im hohen Alter mit dem dortigen Edelmann, einem Herrn vonBredow, über die, dem adeligen Gutsbesitzer vorteilhafte, dem Kirchenrecht aberwiderstrebende Ablösung eines Dorfes von der Psarrgemeinde, in Streitigkeiten.Schmeicheleien, Verheißungen, Zuspräche scheiterten an der Redlichkeit des alten