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Griechenland
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ren die Seele der Taktiker gewesen war, schien den Maßregeln der Regierung seinenBeifall nicht zu schenken, sagte sich kurz darauf von, allen Verbindlichkeiten gegendieselbe los und kehrte um die Mitte des Jahres nach Frankreich zurück. An seinerStelle übernahm Oberstlieutenant Heidegger (s.d.) die weitere Organisationder regulairen Truppen, welche er durch Anwerbung von Freiwilligen wenigstensauf 3999 Mann zu bringen beabsichtigte. Au gleicher Zeit ward die Errichtungeines Regiments Artillerie dccretirl, für welches man vorzüglich die jungen Matro-sen von Hydra, Spezzia und Jpsaca zu gewinnen hoffte, und überhaupt in die ver-schiedenen Zweige der Militärverwaltung, unter Heidegger's Leitung, eine höchstwohlthätige Ordnung und Bestimmtheit gebracht. Freilich war das Fortschreitender neuen Organisation hier am meisten von den Mitteln abhangig, welche derRegierung dazu zu Gebote standen; und wenn wir daher, neben der Abneigung derHellenen gegen jeden disciplinirten Militärdienst, noch den schlechten Austand derFinanzen in Anschlag bringen, so darf es uns nicht wundern, daß sich das Corpsder Taktiker noch in den ersten Monaten des Jahres 1829, nach Heideg-ger's eignen Berichten, nur etwa auf 2599 Mann belief, welche in vier Esca-drons Cavalerie, eine Compagnie Matrosen, drei Bataillons Infanterie, einBataillon Artillerie und zwei Coinpagnien Ouvriers und Invaliden eingetheiltwaren.
Noch weit größere Schwierigkeiten als bei der Organisation der Land-macht, waren bei der Einrichtung der Marine zu überwinden, deren zweckmä-ßige und baldige Gestaltung schon an sich die Würde und Selbständigkeit des grie-chischen Staates zu erheischen schien. Denn die griechische Marine hatte seit demErscheinen der vereinten Geschwader vor Navarin an ihrer frühern Bedeutung vielverloren, und war durch den theilweise nicht ungegründeten Verdacht der Teil-nahme alt der Seeräuberei in der Achtung der europaischen Flaggen sehr gesunken.Als Kapodistrias die Regierung des griechischen Staates übernahm, waren diemeisten Fahrzeuge immer noch Privateigcnthum, und raubten und plünderten aufeigne Faust, da sie im Dienste der Negierung weder angemessene Beschäftigungnoch den zu ihrer Erhaltung nöthigcn Sold fanden. Besi'tzthum des Staates wa-ren damals nur die von Oberftlieutenant Heidegger erbauten Kanonierschaluppcn,die Corvette Hydra und die Fregatte Hellas, an welche sich einige Fahrzeuge vonden drei Inseln anschlössen. Die Hydriotcn boten zwar dem Präsidenten, kurznach seiner Ankunft auf Ägina, ihre Dienste an; allein die Art und Weift, wie siebei dieser Gelegenheit ihre Ubermacht zur See für ihren eignen Vortheil geltendmachen wollten, bewog Kapodistrias, sie mit der Erklärung zurückzuweisen: dieExistenz Griechenlands hänge keineswegs von der hydriotischen Marine ab; er habeMittel in Händen, die Misbräuche, welche verhinderten, daß das Vaterland nichtauf die Marine rechnen könne, auszurotten; sie werde in Zukunft auf gleichen Fußwie die Landarmee besoldet werden, und so sei es ihr eigner Vortheil, sich seinenBefehlen zu fügen. Im Wesentlichen war hierdurch nichts gewonnen, und dieeinzige traurige Folge davon war jene heillose Spannung, welche in den letztenJahren die Insel Hydra und die Regierung auf so nachtheilige Weise entzweite.Um nur zunächst der griechischen Flagge wieder einige Achtung zu verschassen,sorgte der Präsident für eine strengere Schiffs- und Hasenpotizei, der sich alle Kauf-fechcer, welche die dem Staate zugestandene Anerkennung für sich in Anspruch neh-men wollten, fügen mußten. Jedes Schiff, welches fortan auf gesetzliche WeiseHandel treiben wollte, ward verpflichtet, die griechische Flagge aufzustecken, überGröße, Werth und Bestimmung bei den Hafenvorständen seiner Heimath eigneDiplome zu lösen und überdies noch durch Pfand und Zeugen die Richtigkeit sei-ner Angaben zu verbürgen. Wurde dann der Eapitain ans ungesetzlichem Wegeergriffen, so ging das Pfand verloren und die Bürgen wurden zum Ersatz des etwa