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1 (1792) [A - D]
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tel diese Unordnung wieder gut zuma-chen, als daß man den Baß um ei-nen Grad unter sich treten lasse. Da-durch wird der dissonireude DaßtonL zu einem Vorschlag, der die Har-monie nur eine Zeitlang aufgehalten,und dadurch ein Verlangen nach ihrcrwekt hat, welches auf der nächstenZeit des Takts würflich »befriedigetwird. Jeder andre Gang des Bas-ses würde anstößig feyn.

Diese Art der Dissonanz ist alsoeine Verzögerung oder Aufhaltung ei-ner Harmonie, die das Ohr erwar-tet, und die durch die Aufhaltungeinen größern Reiz bekommt. Esliegt, wie leicht zu sehen ist, in derNacurdieserDisfonanz, daß sie schonzum voraus das Gefühl der Conso-nanz mir sich führet, folglich, daß sieganz nahe an derselben liege, und nureinen kleinen Schritt dahin zn thunhabe. Es ist also nothwendig, daßsie in der nächsten Harmonie diesenSchritt thue. Dieses ist also der Ur-sprung einer zweyten Art der Disso-nanzen, die man Vorhalte oder Ver-zögerungen nennt, und die schonstrenger» Regeln, als die durchgehen-den Dissonanzen, unterworfen sind *).

Man hat gemerkt, daß sie gar zuhart waren, wenn sie ohne alle vor-hergegangene Veranlassung eintra-ten. Wenn man von dem vorher-gehenden Beyspiel den Baß so setzenwollte:

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so würde der dissonirende Ton Lohnealle Veranlassung, als ein fremder,nicht hiehcr gehöriger, widriger Toneintreten, von dessen Erscheinung garkein Grund anzugeben ist. Derglei-chen plötzliche Unordnungen sind demnatürlichen Zusammenhang unfrcrVorstellung zuwider. So aber, wie

5) Vorhalt; Nene; Quarte.

der Baß bey k> steht, da der dissoni-reude Ton L in der vorhergehendenZeit des Takts schon vorhanden gewe-sen, und feine Fortschreitung nur ver-zögert, da inzwischen die obern Stim-men ihren Gang fortsetzen, merkt dasOhr, daß die'aus der Verzögerungentstehende Unordnung bald kann ge-hoben werden. Daraus sah man,daß dergleichen dissonireude Vorhaltenur dann könnten angebracht werden,wenn sie in der vorhergehenden Har-monie schon vorhanden gewesen, oder,wie man sich insgemein ausdrukt, gc-legen haben.

Also crsodcrt diese Dissonanz zwei)Bedingungen: sie muß vorher liegen,und hat nachher ihre genaue bestimm-te Fortschreitnng; das heißt in derKunstsprache: sie muß vorbereitetseyn und ausgelöst werden. DieVorbereitung besteht darum, daß siein dem vorhergehenden Accord, alscine Consonanz da gewesen; die Auf-lösung aber darin», daß sie in die con-sonircnden Töne übergehe, an derenStelle sie steht, oder deren Eintrittsie aufgehalten hat.

Von diesen Dissonanzen ist noch zumerken, daß sie ihrer Natur nach,um sich von blos durchgehenden Dis-sonanzen zu unterscheiden, und zu-gleich die Erwartung der darauffol-genden Consonanz desto lebhafter zuerweken, auf die guten oder nachdrük-lichen Zeiten des Takts fallen, undsich auf den schlechten Zeiten auflö-sen *). Indem sie aber auf die guteZeit des Takts fallen, und vorherschon müssen gelegen haben, so ent-stehen daher die Bindungen. Diesesund was von ihrer Vorbereitung undAuflösung angemerkt worden, wirdaus der unten beygefügten Tabelle

Xx 2 der

*)'.Es giebt aber einige Fälle, da ihreAuflösung bis in die folgende gute Zeit,oder bis in den folgenden Takt verzö-gert wird, wovon im Artikel None undG-uarte Bchspicle vorkommen.