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wenig aus einander sind, so scheinetes, daß das Urthcil gelenkt werde,sie für einerlei) zu halten, da die Em-pfindung das Gcgentheil fühlen, undin so fern in dem Klang eine Unvoll-kommenheit empfinden laßt. Dar-in» scheinet dasDissoniren etwas ahn-liches mir der Widrigkeit zu haben,die wir allemal bcy den Sachen em-pfinden, die das nicht sind, was sienach unscrm Unheil seyn sollen.
Man kann für gewiß annehmen,daß wir die verschiedenen Höhen derTölweben so klar empfinden, als wirdie Verschiedenheit in der Lange anneben einander liegenden Linien sehen.Darinn liegt derGrund der gar nichtneuen Beobachtung, daß man dieConsonanzen und Dissonanzen ausdem Verhältnis der Zahlen beurthei-lcn könne. Wie wir nun bei) zwei)neben einander liegenden Linien mitLeichtigkeit entdeken, daß die eine nurdie Hälfte, oder zwei) Drittel, oderdrei) Viertel der andern scy, und in-dem wir dieses entdeken, uns garleicht bcyde in einer vereiniget, unddennoch jede besonders und in be-stimmter Verhältnis gegen die andrevorstellen können, so ist es auch mitden consonircnden Tönen beschaffen.So bald aber zwey neben einanderliegende Linien beynahe gleich großsind, so daß wir die Lange, um wel-che die eine die andre übertrifft, ge-gen das Ganze nicht mehr abmessen,und also nicht sagen können, die kür-zere sei) um ff oder ff oder ff kleiner,als die längere, so sind wir geneigtzu urrhcilcn, sie sollten gleich seyn,alsdann macht der offenbare Augen-schein, daß sie es nicht sind, eine wi-drige Würkung auf uns.
Wenn diese Bemerkungen wahrsind, und sie scheinen es in der Thatzu seyn, so folget daraus, daß dasDissoniren zwcyer Töne eigentlichdarinn liegt, daß man in dem ausHeyden zusammengesetzten Klang et-was widersprechendes empfindet, und
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einer der Heyden Töne daS nicht ist,was er einem dunkeln Urthcil nachseyn sollte. Indem wir L und vzwey nahe an einander liegendeTönezugleich hören, so entsteht aus ihrernahen Uebereinkunft das dunkle Ur-theil, daß sie gleich hoch seyn soll-ten; die Empfindung aber wider-spricht diesem Urtheil. Dieses Em-pfinden wird noch lebhafter, wennwir L und Eis zugleich hören, weildas Urthcil, daß bcyde einerlei) Tonseyn sollten, noch gewisser wird.
Es zeiget sich hiebey noch ein Um-stand, der diese Muthmaßungenmerklich bestätiget. Man kann dieganze diatonische Tonleiter Ll, I), C,kl, c, herauf und heruntersingen, ohne das geringste widrigedarinn zu empfinden. Warum habenzwey nahe an einander liegende Tö-ne L und v, wenn sie ans einanderfolgen, nichts widriges; und war-um haben sie es nur , wenn sie zu-gleich gehört werden? Ist es nichtdeßwegen, weil man im ersten Fallegleich merkt, daß es verschiedene Tö-ne seyn sollten; im andern aber ur-theilet, sie sollten einerlei) seyn?Hieraus aber würde die Erklärung,die wir vom Dissoniren gegeben ha-ben, ihre völlige Bestätigung be-kommen.
Ohne Zweifel fallt jedem, der die-ses liest, dabei) diese Folge ein, daßnach dieser Erklärung keine Töne ge-gen einander dissoniren, als die, wel-che um weniger als eine Terz ausein-ander sind, weil bekannt ist, daß dieTerz nichts widriges mehr hat. Unddaraus wird man einen Einwurf ge-gen unsre Erklärung dcs Dissonircnsmachen. Man wird sagen, daßverschiedene von allen Harmonistenfür Dissonanzen erkannte Intervallevorkommen, die größer sind als dieTerz, wie die falsche Quinte, dieSeptime und die Rone, die unmög-lich deßwegen widrig klingen, weilman sie mit dein Grundtone, mit
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