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1 (1792) [A - D]
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bringen. Sowol die Große, als derCharakter des Baues muß der Sache,dcrenthalben er gemacht wird, aufdas richtigste angemessen scyn: unddadurch muß sich der Erfinder, alseinen Mann von Gcschmak und vonrichtigem Urtheil zeigen.

Also stehen dem Künstler unzahligeFormen und Gestalten der Denkmä-ler, vom schlechtesten Grabstein, bisauf den majestätischen Triumphbo-gen, und von der bloßen Säule bisauf den prächtigsten Pornen-z, zuDiensten, damit er für jede Sachedas f inkliebste wähle. Nach der gu-ten Wahl der Form, kommt auchsehr viel auf eine schikliche Verzie-rung an. Hierinn thut man insge-mein eher zu viel, als zu wenig; da-her das sicherste ist, sich der Einfaltzu befleißen. Alle in Rom noch Vor-hände Triumphbogen aus den Zeitender Cäfarn, konnten noch einer Men-ge von Zierrathen beraubet werden,und würden dadurch nur schöner wer-den. Bcy solchen Gebäuden kommtes blos darauf an, daß für dieSchrift, oder für die Bilder, die dasWesen des Denkmals ausmachen,ein schiklicher Platz, der ans eine derSache anstandige Art verziert sey,angeordnet werde. Hat der Bauüberhaupt das Auge der Vorüber-gehenden an sich gelokt, so muß nunauch in der Nähe die Aufmerksamkeitganz auf den Geist des Denkmals ge-richtet werden, mithin in den Ver-zierungen nichts seyn, das dieselbevon der Hauptsache ablenken konnte.Wichtig ist es, daß die Zicrrathcnmit dem Charakter der Vorstellungwok übereinstimmen. Große Ge-genstände von ernsthafter Art, leidennichts Zierliches, und die von fröh-licher und belustigender Art crfodernVerzierungen, darum Lieblichkeit undAnmuthigkeit liegt. Auch dariun kannder Künstler ein richtiges Urtheil,odereineausschweifendeEinbildnngs-kraft zeigen; denn in den schonen

D e n

Künsten ist nichts so gering, das deinKünstler nicht großes Lob oder stren-gen Tadel zuziehen konnte.

Judessen bleibt das, was wir vor-her die Seele des Denkmals geucnnthaben, allemal der wichtigste Theildesselben. Diese besteht entwederblos in Aufschriften, von denen aneinem andern Ort gesprochen wor-den *), oder in bildlichen Vorstellun-gen, (sie scycn gemahlt, oder gebil-det,) die entweder historisch, oderallegorisch seyn können. Man wirdallemal, wie schon irgendwo ange-merkt worden, von solchen Werkenfodcrn, daß sie mehr sagen, als eineSchrift sagen konnte, weil sonst diebloße Schrift vorzuziehen wäre ^*).Also können dergleichen Vorstellun-gen uie das Werk gemeiner Künstlerseyn: denn es gehört gewiß gar sehrviel dazu, die Gemüthcr der Men-schen durch diesen Weg lebhaft zurühren, und zugleich indem, waszum historischen gehört, verständlichzu seyn, und den ganzen Geist einerBegebenheit oder einer Handlung inwenig Bildern vorzustellen.

Man hat aus demAltcrthumzweyDenkmäler, die trajanischc und dieantoninische Säule, auf denen großeBegebenheiten, durch eine langeFolge von Bildern historisch vorge-stellt werden: allein solche Werke sindzu weitläuftig und zu kostbar; dahersich für Denkmäler solche Vorstellun-gen am besten schiken, wo nur dasWesentliche der Sachen, in wenigBildern ausgcdrükt wird. Hiczuaber sind nur die gi ößrcn Köpfe auf-gelegt: daher man wol behauptenkönnte, daß ein vollkommenes Denk-mal dieser Art, eines der schwercstenWerke der Kunst sey. Es ist im Ar-tikel Allegorie eines schönen Denk-mals , das den noch lebenden Bild-hauer Nah! Mn Erfinder hat, Er-

wah-

*) S. Aufschrift,

") S. Allegorie S. 7Z.