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Lnui-s ll'^rcblteKurc, ?. 1771. Z. —und Militia, in s, Grunds, der Bau-kunst, Buch 1- Abschn. !o. B. 1. S. 85d. d. Urbers. kcipz. 1784. 8.
Covinthische Säule«
^)ie zierlichste Art Säulen, die inder Baukunst gebraucht werden. IhrHauptchacakter ist ein hohes Capiteel,mit drcy übereinander stehenden Mey-hen Acanchus-Blättern, und ver-schiedenen zwischen denselben herauswachsenden Stengeln geziert, die sichoben an dein Dekcl in Schnekcn-formcn zusammenwikeln. SolcherSchnckcn sind auf seder Eke des Dc-kcls zwey. und zwey auf jeder Seitezwischen den Eken, und also jn alleinacht Paar. Anstatt der Acanthus-Blätter brauchen einige Baumeisterbisweilen auch andre, welche aberdem Capiteel ein etwas schwereresAnsehen geben. Allein die drcyfacheReyhe der Blatter und die acht PaarEcv u'l n sind allemal das gewissesteKennzeichen dieser Säule.
In Ansehung ihrer Verhältnis; ge-hör: sie zu den höhcrn Säulen. Ihreganze Hohe ist ohngcfchr 20 Model,der Fuß hat einen, das Capiteelzwey und einen Drittheil, das übrigeist für den Stamm. Man giebtdieser Säule entweder einen attischenFuß, oder einen eigenen, der anspie-len Gliedern besteht, deren Ordnungund Verhältnisse aber nicht ganz be-stimmt sind. Der Stamm wird oftmit Canelürcn ausgeholt.
Weil diese Säule die zierlichste undfeinste von allen ist, so leidet sie auchVerzierungen der kleinern Glieder,welche von den römischen Baumei-stern sehr häufig angebracht worden.Doch scheint dieses dem großen Ge-schmak zuwider.
Den Namen hat sie von der StadtCorinthus, wo sie, nach der bekann-
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ten Erzählung des VitruvmK, vondem Bildhauer Callünachun erfun-den worden; wenn anders die Ge-schichte ihrer Erfindung nicht einbloßes griechisches Mährchcn ist.Der Jesuit Villalpairous *) hat be-weisen wollen, daß die Säulen amTempel zu Jerusalem, sowol in denVerhaltnissen, als in den Haupt-vcrzierungen wenig von der, langenachher erst von den Griechen ge-brauchten, corinthischen Säule un-terschieden gewesen. Diesemnachkönnte diese Säule wol eine phöui-zische Erfindung seyn. Vielleicht hatCaliimachus blos die Art der Blat-ter verändert, und Acanchusblatteranstatt der Palmen oder andrer Blät-ter eingeführt. An einer alten ägyp-tischen Säule, die Pokok abge-zeichnet h«e, ist der erste Ursprungdes corinthischen Capitecls nicht un-deutlich zu sehen, indem schon Laub-werk, als wenn er über den Rinkenherausgewachsen, längst dem Knaufin die Höhe steiget, unter dem De-kel sich sanft umbeuget, und etwas,das den corinthischen Schncken glei-chet, vorstellt.
Haben etwa die im Orient so sehrgemeinen Palmenbaume, die im er-sten Anfang der Baukunst statt derSäulen gebraucht worden, zu die-sem Laubwerk an dem Capiteel An-laß gegeben. Es ist sonst schwer zusagen, warum eben dieser Theil derSäule eine solche Zierrath bekom-men habe. Im übrigen giebt dieseSäule ein schönes Bcyspicl von dergeschikten Abwechslung, und der,dem Gcschmak so nöthigen, Man-nigfaltigkeit der Thcile. Das Ge-rade und Runde, das Glatte undGebogene, das Einfache und Ge-zierte wechseln darinn auf die ange-nehmste Weife mit einander ab.
Corri-
*) De gppzrstu templi Sslomünis.
") Beschreibung des Morgenlands.