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güml, dcr besten Copey vorziehen,und bey jedem Gemahlde, ehe es ih-nen einfallt seine Schönheit zu beur-thcilcn, erst untersuchen wollen, obes ein Original sey oder nicht. Falltder Verdacht einer Copey darauf, soverschwindet bey ihnen jeder Begriffvon Schönheit und Werth. WahreKenner dcrKunst beurtheilcn ein Ge-mahld aus dem, was sie darinn se-hen, aus dem, was es an sich hat,und nicht nach dem Namen dessen,der es gemacht hat. Was von derKcnntniß nnd dem Geschmak einesMenschen zu halten sey, der sich nichteher getraut, etwas für schon oderschlecht auszugeben, bis cr weiß, obes Original oder Copey ist, darfnicht erst durch eine Untersuchunggelehrt werden: cr gehört unter dieVerehrer der Reliquien.
C o p i v e n.
(Zeichnende Künste.)
Ein Werk dcr zeichnenden Künste,welches ein andrer verfertiget hat,genau nachmachen. Das Copirender besten Werke ist eine Uebung,welche man angehenden Künstlernauf das Beste zu empfehlen hat. Esist kaum möglich alle Schönheitenund Vorzüge eines guten Werks ein-zusehen, bis man versucht hat, esnachzumachen Erst dabcy zeigensich die Schwierigkeiten, die Bemü-hungen nnd das Nachdenken, wo-durch das Original entstanden ist.Man wird beym Copiren in dic Noth-wcnoigkeit gesetzt, auf alles genauAchtung zu geben; dadurch cntdektman Schönheiten und Fehler, diesonst nicht würden bemerkt wordenscyn. Diese darzustellen, muß derCopistc nolhwendig selbst mit derganzen Anstrengung des Geistes, denGeheimnissen dcr Kunst nachspühren,Man bekommt dadurch eine Fertig-keit sowohl das Schöne als das Feh-lerhafte schneller zu entdcken, die aus-
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seren und innern Sinnen werdengeschärft.
Nach dem Zeugniß verschiedenerKünstler, entdekt man oft erst beyder sechsten oder siebenten Nachzeich-nung gewisser Werke, Schönheiten,die man bey dem vorhergehenden Co-piren noch übersehen hatte. Indemman aber die vornehmsten Werke derKunst copirt, lernt man nach undnach so denken, und sich so ausden-ken, wie die großen Meister gethanhaben. Wer aber durch Copirenseinen Geschmak und seine Fertigkei-ten zur Vollkommenheit bringen will,dcr muß nicht sklavisch copiren. Ermuß sich nicht vorsetzen, die Hand-griffe der Originalmeister, das Me-chanische der Kunst allein zu erra-then, sondern vielmehr sich bestre-ben, ihren Geist und ihren Geschmaksich zuzueignen. Matt muß nichtsuchen Copcyen zu machen, die allesAeußcrliche der Originale an sich ha-ben, sondern fürnehmlich den Geistderselben auf eine uns eigene Art zuerreichen suchen.
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(*) In neuem Zelten sind allerhandErfindungen gemacht worden, um gleich-sam ganz mechanisch zu copiren, Ei»Chevalier S. gab >787 einen PrvspectuSvon einer ^lacdine pviz'cliresls er ver-ricslc heraus, vermittclfi welcher allemögliche Gegenstände, Zeichnungen, geo-graphische Charten, flaches Schnitzwcrk,Muscheln, Mineralien, u. s. w. in allermöglichen Größe, von einem Zoll an biszu einigen Fuß, so wie in jedem Verhält-nlß, das heißt, entweder einige hundert«mahl vergrößert, oder bis zu Miniaturvon einem Zoll verkleinert, sich sollen ab-zeichnen lassen, und versprach dergleichenMaschinen für acht neue Louisdvr zu lie-fern.
Eine andre Erfindung, nähmlich dieKunfi, mit Oelfarbcn, Oclgcmähldc aufeben solche Art, da§ heißt, mechanischzu copiren, und, diesem gemäß, sehr zu
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