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Der Contrapunkt in der Dctaveverdienet besonders vorgestellt zuwerden:
8- 7- 6. 5. 4. 3- 2.
2. z. 4. 5. 6. 7. 8.denn daraus erhellet, daß die Disso-nanzen in der Umkehrung auch disso-niren, und die Consonanzen consoni-rend bleiben, außer der Quinte, wel-che in die dissonircnde Quarte über-geht * . Aus diesem Grunde ist derKontrapunkt in der Ocrave der leich-teste; denn er erfodert weiter keineVorsichtigkeit, als daß beym Satzdie Quinte mit der gehörige» Vorbe-reitung angebracht werde, damit siein der Umkehrung als eine vorberei-tete Dissonanz erscheine.
Die fünf erwähnte Contrapunkte,nämlich in der Terz, in der Quinte,in der Ocrave, in der Decime und inder Duodccinie, lassen sich in jedemGesang anbringen, und der Setzerwählt allemal denjenigen, der derStimme, für welche er setzet, ain an-gemessensten ist.
Dieser doppelte Contrapunkt hatzwar seinen Hauptsitz in Fugen, Mo-tetcn und Choren, die daher bey dergroßen Einfalt des Gesanges ihreMannigfaltigkeit bekommen. Manwürde sich aber sehr irren, wennman glaubte, daß dieser Thcil derL'unst für die Musik des Theatersund der Cammer unnütz sey. We-der ein Duet noch ein Trio, kannohne die Künste des Contrapunktsgut werden, der überhaupt in allenFallen, wo zwei) oder mehr conccr-tirendc Stimmen vorkommen, schlech-terdings nothwendig wird. Mansetze, daß zu der ersten Hauptstim-mc eine zweyte, ohne Rüksicht aufdie Regeln dieses Contrapunkts, ge-setzt werde. Nach der Natur desTucts und des Trio *') muß hernachdie zw yte Stimme den Hauptge-sang führen; die erste Stimme wird
S. Quarie.
") S. T uet.
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einigermaßen die begleitende, undnimmt also die Stelle ein, die diezwcpte Stimme vorher gehabt hat;deswegen muß ihr Gesang versetzt,werden. Wie kann dieses aber an-gehen, wenn er zu einer solchen Vcr-setzrmg, (wodurch jedes Intervallseine Natur verliert) nicht vorher ein-gerichtet ist?
Diejenigen also, die sich, wegeneines falschen Begriffs, den sie sichvom Contrapunkt machen, einbilden,er bestehe blos aus pedantischen Kün-sielcyen, und sei) dem gefälligen Ge-sang hinderlich, betrügen sich garsehr. Er kann mit dem schönstenGesang verbunden werden.
Häufige Beyspie.le findet man inallen Duetten des Cape Ilm eiste rsGrauns, wo der süßeste Gesang inConrrapunkte versetzt ist, ohne dasgeringste von seiner Schönheit zuverlieren. Wir wollen zum Bcy-spiel dessen, und zugleich zur Erläu-terung des Gebrauchs der Contra-punkte nur einen einzigen besondernFall anführen. Folgendes ist auseinem Duet der Oper Quropa Za-laute genommen.
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