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1 (1792) [A - D]
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443
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nur vielfaltige Beispiele, sondernauch die zu ihrer Verfertigung die-nenden Regeln finden.

Obgleich viel von dieser Materiein die Gasse der Dinge geHort, dieMarcialin ibürriles nu^ns nennt,so ist doch nicht zu lcugnen, daß nichtdie Kunst des Canons würklich einwichtiger Theil der Setzkunst sey.Denn

>. gicbt es Gelegenheiten, wo derSetzer zu dein besten Ausdruk seinesTextes würklich canonische Nachah-mungen nothig hat. In vielstimmi-gen Sachen, Arien, Symfonicn,Eoncerten, besonders aber in Duet-ten und Terzetten, kommen derglei-chen überall vor, die allerdings nurder Setzer, der sich in dergleichen,vielen altvaterisch scheinenden, Sa-chen geübt hat, ohne Fehler machenwird.

2. Wenn in verschiedenen Stim-men feine Nachahmungen, bald freye-re, bald gebundenere, vorkommen, sowird dadurch die wahre Einheit desGesanges beibehalten. Da hingegenein seltsames Gemisch einstehen wür-de, wenn man jeder Stimme, undbald in jedem Takt, eine andre Ge-stalt derMelodie geben wollte. Dar-in» aber ist nur der recht glüklich, dersich in dem canonischen Satz wol ge-übt hat.

. z. Uebcrhaupt aber giebt diese Uc-bung dem Setzer eine Fertigkeit, aufalle mögliche Weise eine Harmonieund Melodie zu verwechseln, und im-mer rein zu erhalten, welches ihm un-fehlbar dazu dienet, sich aus allenvorkommenden Schwierigkeiten her-aus zu helfen.

Alls würde es der Musik gewißnicht zum Vortheil gereichen, wenndergleichen Hebungen ganzlich abkom-men sollten. Es wäre leicht zu zei-gen, daß der unsterbliche Grau» sei-ne Duette und Terzette in den berli-nischen Opern, weiche nmer die für-trcftichsten Werke der Mnsik, die man

jemals gesehen hat, gehören, nichtin dieser großen Vollkommenheitwürde verfertiget haben, wenn ibmdie Künste des canonischen Contra-punkrs unbekannt gewesen waren.Allem seine Zeit damit allein zubrin-gen und sich selbst bereden, baß al-lein darinn die wahre Kunst des Com-ponisten bestehe, ist freylich eineThorheit, die man den Liebhaberndes musikalischen Satzes bcnchmcnmuß.

Poetischer Beweis, wie aus clncm,nach dem wahre» Fundamente der Natur-knnstcleyen geseyten Loi>ove pcn >>eni>> inldiz^cnrL izuaruoi' VOcum vielund maucherle», tdeijs anAetvdie, thcilsauch an Harmonie, umcrschlcdeiie L->i>o-lies pess>ecui zu mache» sei»! . . . vonGottfr. Heiner Stöwcl, Gera 1725. a-Das zte Kap. des Anhanges zum Hand-buche Key dem Generalbaß und der Com-posNivn . .. von F. W- Marpueg, Verl.>7t>>. 4. handelt von der canonischen Nach-ahmung. S. übrigens die Art. In-tervall, Monochord, Temperatur.

Cantate.

(Dichtkunst; Musik.)

(?in kleines für die Musik gemach-tes Gedicht von rührendem Inhalt,darinn in verschiedenen Ver mrrenBeobachtungen, Betrachtungen, Em-pfindungen und Leidenschaften aus-gedrükt werden, welche bey Gelegen-heit eines wichtigen Gegenstandesentstehen. Der Dichter richtet seineAufmerksamkeit auf eine interessanteEcenc aus der Natur, aus demmenschlichen Leben, aus de? Moral,Politik oder Religion. Aus Be-trachtung dieses Gegenstandes ent-stehen in ihm wichtige Gedanken,ernsthafte oder freudige Empfindun-gen, die bisweilen in starke L-aden-scha .en ausbrechen. Wenn ec nun,dem sich abändernden Zustand des

Geistes