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tct wird. Das Schöne, selbst inleblosen Formen, das Schikliche,selbst in gleichgültigen Dingen, dasOrdentliche, das-Angenehme undandre Eigenschaften dieser Art. ha-ben allemal einen vorthcilhaftcn Ein-fluß auf die Gemüther *). Verzo-gene Gestalten aber, von denen dasAuge nichts begreift! Formen, diedie Natnr verkennt; elende Nachah-mungen natürlicher Dinge; Vermi-schung widerstreitender Naturen,sind Mißgeburten der Kunst, undGegenstande, an die sich das Augenicht ohne schädliche Würkung aufdie Denkungsart, gewöhnet.
Die Bildhauerkunst kann also ih-ren Rang unter andern schönen Kün-sten mir völligem Recht behaupten.Mittelmaßig scheinet sie von über-aus geringem Nutzen zu scyn; aberin ihrer Vollkommenheit darf sie kei-ner andern nachstehen. Würkt siegleich nicht auf so mancherlei) Artaufdie Gemüther, als die Dichtkunst,so ist ihre Würkung desto nachdrük-liehcr.
Von dem Ursprung dieser Kunstweiß man nichts zuverlaßigcs. Ausder H. Schrift ist bekannt, daß schonzu den Zeiten des Patriarchen Bilderder Götter in Mesopotamien vorhan-den gewesen. Dergleichen mögen beymchrcrnVölkern selbiger Zeit im Ge-brauch gewesen scyn. Es ist nichtunwahrscheinlich, daß die Verehrungder Götter sichtbare Bilder derselbenveranlasset, und daß durch diese dieBildhauerkunst nach und nach aufge-kommen sey: wiewol auch der Ein-fall, durch Hieroglyphen etwas aus-zubrüten, die Gelegenheit dazu maggegeben haben. Bey verschiedenenVölkern mag sie durch verschiedeneVeranlassungen entstanden seyn.
Aus dem Namen, womit die Grie-chen die Statuen bezeichneten, («70-X-könnte man vcrmnthen, daßdie Bildhauerei) ursprünglich blos in
*) S.Baukunst,
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Verzierungen bestanden habe. Gc-schnizte Werke wurden deßwegen Zier-rachen gcuennt, und dieser Nameblieb auch den Statuen. Vermuth-lich wurden Altare und Hayne zuerstmit würklich natürlichen Blumen-kränzen ausgezieret. Als hernachanstatt der Hayne Tempel, und an-statt der aus abgestochenem Rasenaufgeführten Altare, steinerne gebautworden, hat man auch die Zierrathenderselben von Holz und Stein ge-schützt, oder ausgehauen. Die äl-testen Statuen scheinen bloße Ter.»ie>, gewesen zu scyn, und allem An-sehen nach haben diese die Gelegen-heit zu Verfertigung ganzer Figurengegeben. S. Tecmen.
Unter den alte», aus der Geschich-te bekannten Völkern, haben die Ac-gyptier, die Phönicicr, die Griechen,sowol in Kleinasien, als in dem ei-gentlichen Griechenland, und die He-trurier, diese Kunst vorzüglich aus-gcübct; aber die Griechen, und nächstdiesen die Hctrurier, haben sie zurhöchsten Vollkommenheit gebracht.Winkelmanns Geschichte der Kunst,die in jedes Liebhabers Händen ist,enthalt die richtigsten Nachrichtenund Bemerkungen über den Ursprung,den Flor und den Verfall derselben.
Es scheinet, daß die Acgyptier bloseinen religiösen Gebrauch davon ge-machthaben, dabei) aber bey der hie-roglyphischen Bedeutung der Bilderstehen geblieben seyn. Wenigstensist kein ägyptisches Bild bekannt, dasaußer seiner hieroglyphischen Bedeu-tung etwas vorzügliches hätte. DiePhönicier haben sie allem Ansehennach auch zur Auszicrung ihrer Ge-bäude, und zur Verschönerung derGerätschaften gebraucht, und zu-gleich zum Vorthcil der Handlungangewendet. Eigentliche Werke derBildhauerkunst von diesem Volke ha-ben sich nicht erhalten. Einen wei-ter» Umfang scheinet die Kunst beyden Hemmern gehabt zu haben.