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jüngere Voucher, kol. 6 Dl. hcrauKge-s,eben. — Uebrigcns will ich noch bemer-ken, daß die Franzosen ihr bliebe, ansdem italienischen nicckic» (Mecrmuschel),als mit deren Abbildung der Hintcrtheilder Nichcn gewöhnlich verziert wird, her-genommen haben. —
Bilderstuhl.
(Baukunst.)
Äierckigte Steine an den drey Spi-tzen eines Giebels, aufweiche Sta-tuen gesetzt werden- Es war nachder Bauart der Alten gewöhnlich,auf die drey Eken der Giebel Sta-tuen zu fetzen, und diese mußtennothwendig, um ganz gesehen zuwerden, nicht unmittelbar auf dasHauprgesims, sondern auf einen er-höhten Grundstein gesetzt werden.Sie werden insgemein ganz glatt,ohne Fußgesims und Dcscl, in derDike der Säulen oder Pilaster, überwelchen sie stehen, gemacht; die Ho-he aber muß nach dem Giebel abge-messen werden, Virruvins giebtihnen die ganze Höhe des Giebelfel-des; Scamo;;i macht sie der gan-zen Ausladung des Hauptgesimscsgleich- In diesem Fall würde manjn einer Weite von dem Gebäude,die seiner ganzen Höhe gleich ist, dasganze Bild sehen können.
Was hier gesagt worden, gehtblos auf die Bildcrstühle auf denGiebeln der Gebäude, die Vitruvius^uroterm nennt. Man macht aberauch solche Bilderstühle für Statuen,die auf frcyem Boden, oder in Vil-derblindcn stehen, denen man auchdie Namen Basameme, Postamente,giebt. Man macht sie würflicht odercylindrisch, blos glatt oder mit Fuß-gesimsen und Dckeln, und hat sie sei-ner Negel unterworfen,
Bildhauerkunst.
Äöicwol der Name dieser Kunst an-zuzeigen scheinet, daß sie nur Bilder
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ans hqrten Materien ausbauet, sogehört auch das Formen der Bilderin weiche Materien, und das Gießenderselben in Metalle, dazu. Nichtnur steinerne und hölzerne Bilder,sondern auch aus Thon, Gyps undMetall geformte, oder gegossene, sindWerke dieser Kunst. Sie beschäffti-gct sich zwar mit Verfertigung aller-lei) Arten von Bildern, hauptsächlichaber mit solchen, die Menschen oderThiere in ihrer ganzen körperlichenGestalt vorstellen.
Wenn diese Kunst würdig seyn soll,eine Gespielin der Beredsamkeit undder Dichtkunst zu seyn, so muß sienicht blos bey der Belustigung desAuges stehen bleiben, und ihre Werkemüssen nicht blos zur Pracht, oderzur Verzierung der Gebäude und derGärten dienen, sondern starke, dau-rende und vortheilhafte Eindrüke aufdie Gcmnthcr der Menschen machen.Dieses kann sie auch so gut, als ir-gend eine der andern schönen Künstethun, ob sie gleich in den Mittelnweit eingeschränkter ist, als die mei-sten andern.
Die wichtigste aller sichtbaren Ge-genstände ist der Mensch- Nicht we-gen der Zierlichkeit seiner Form, wenndiese gleich das schönste aller sichtba-ren Dinge wäre; sondern dcßwcgen,weil diese Form ein Bild der Seeleist; weil sie Gedanken und Empfin-dungen, Charakter und Neigungenin körperlicher Gestalt darstellt. DerLeib des Menschen ist nichts anders,als seine sichtbar gemachte Seele.Also bildet diese Kunst Seelen, mitallem, was sie interessantes haben,in Marmor und Erzt. Die Seeleselbst aber scheint ein Bild des höch-sten Wesens, des erhabensten, vpll-kommensten und besten Gegenstandeszu seyn. Diese Kunst kann demnachdas Höchste, was der Mensch zudenken und zu empfinden im Standist, dem Gesichte darstellen. Mattsagt von dem Jupiter des Phidias,