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Hagedorn in der 4>ten und 4sten s. Be>trachtungcn über die Mahlercy, E.5S4 u. f.
Bewegung.
(Musik.)
AUcnn man von der Bewegung ei-nes Tonstuks spricht, so versteht manden Grad der Geschwindigkeit, inwelcher der Takt nach dem Charakterdes Stüks gespielt wird. JedesTonstük hat, nach Beschaffenheit derEmpfindung, die es ausdenkt, einengeschwindem oder langsamem Gang,von dem man drei) Hanptarten, denlangsamen, den maßigen und dengeschwinden, unterscheidet. JedeHauptart hat wieder ihre verschiede-nen Grade; und der Tonsetzcr zeigtden Grad der Bewegung allemal amAnfang des Stüks mitjeinem italiä-nischen Wort an. Die geschwindenBewegungen werden durch prestlsti-mc>, i'relko, /Niedre, silbi, t^IIeArc»eli molto, /Nle^ro, /NleAretto, diemaßigen durch ^nikante, Hntluiwi-no, die langsamen durch I^r^n,I,ar^Irsttc>, ^ciac-io, ausgedrukt.Von diesen besondern Graden derBewegung ist unter diesen Namendas mehrere zu finden.
Hier ist überhaupt anzumerken,daß ein Tonsetzcr zum richtigen Aus-druk der Musik nicht nur die Gat-tung der Leidenschaft oder Empfin-dung, die er vorstellen will, sondernderen besondere Schattirung, nachden Umstanden, sich mit genauer Ue-berlcgung vorstellen müsse, che er dieBewegung seines Stüks bezeichnet.Dieselbe Leidenschaft spricht undwürkt, nach den Umstanden, baldschneller, bald langsamer. Ucbcr-haupt schikt sich zu fröhlichen Leiden-schaften die geschwindre, zu zärtli-chen die langsamere Bewegung, zumäßigen aber die gemäßigte. Aberdie Heftigkeit einer Leidenschaft läßtoft unbestimmt, ob die Bewegungsehr langsam, oder sehr geschwind
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seyn soll. Der Zorn erfodert einegeschwinde, und der heftige Schmerzgar oft eine langsame Bewegung.Dergleichen Umstände müssen genauüberlegt werden, damit im Ausdruknicht gegen die Natur angestoßenwerde.
Niemand, als der, welcher ein jStük selbst gesetzt hat, ist im Stan-de den richtigsten Grad der Bewegungdesselben anzugeben. Ein kleinerGrad darüber oder darunter kannder Würkung des Stüks viel Scha-den thun. So viel Wörter manauch hiezu ausgedacht hat, so sindsie dennoch nicht hinlänglich. Ge-nau könnte die Bewegung durchwürkliche Festsetzung der Zeit, inwelcher das ganze Stük gespielt wer-den soll, angezeigt werden. Wersich ein Verdienst daraus macht, einStük von einem großen Meister voll-kommen vorzutragen, der thut wol,dasselbe in der Art der vorgeschriebe-nen Bewegung sehr oft, bald et-was geschwinder, bald etwas lang-samer zu spielen, und jedesmal ge-nau auf die Würkung desselben Ach-tung zu geben, damit er hernach be»dein vortheilhaftcstcn Grad bleibenkönne.
Verschiedene sehr gute Anmerkun-gen hierüber gicbt Guanx in seinerAnleitung zur Flöte im XVll. Ab-schn. in der VIl. Abtheil. §. 45. u. ff.
Bewegung. Bedeutet in derMusik auch noch die Fortrükung desGesanges in den Stimmen, in Absichtauf das Steigen und Fallen. Uebcrdiese Bewegung geben die Tonlchrerverschiedene Regeln, wodurch man ,die fehlerhafte Fortschreitung durch lQuinten und Octavcn vermeidenkann. Diese Regeln findet man indem Artikel Fortschreitung; hier aberwerden die Arten der Bewegung er-klärt.
Die gerade Bewegung wird diegcncnnt, da zwei) Stimmen zugleich
steigen