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antrifft. Also können die Griechenauch in diesem als die Lehrmeisteraller spätem Völker angesehen wer-den.
Mit dcrFreyhcit fiel in Athen auchdie große Beredsamkeit, und entarte-te in eine angenehme Kunst, die mehrzum Zeitvertreib und zur Belustigungder Einbildungskraft, als zur Aus-breitung des Guten angewendetwurde. ' Noch in den guten Zeitenhatten schon die verschiedenen Sektender Philosophen angefangen, einenschädlichen Einfluß auf die Bered-samkeit zu haben. Die Hochachtung,in welcher einige Philosophen stun-den, gab auch seichten Köpfen dieRuhmsucht, sich durch Behauptungallerhand seltsamer Meynungen ei-nen Namen zu machen. Die So-phisterei) schlich sich unvermerkt indie Kunst der Rede ein. Man sahnicht mehr auf richtige Beweise desWahren, sondern auf erschlicheneund auf Spitzfindigkeit gegründeteBehauptung dessen, was man fürwahr ausgab. Als nachher das Volkseinen Anrheil an der Regierung ver-loren hatte, fielen auch die starkenTriebfedern zu dieser Kunst. Siewurde gcmißbraucht, den Tyrannenzu schmeicheln, oder das Volk, daskeine wichtigen Geschaffte mehr hatte,in seinem Müßiggang zu belustigen.Oeffentliche Reden über wichtigeStaatsangelegenheiten hatten nichtmehr statt; sie wurden aber in denSchulen der Redner der Jugend, diekein Gefühl der Freyhcit und nichtdie geringste Kenmniß der Politikhatte, zur Ucbung in derWolreden-hcit aufgegeben.
Da indessen alle Kunstgriffe derRedner, alle Farben der Beredsam-keit, welche die goldne Zeit der Frey-hcit hervorgebracht hatte, übrig ge-blieben waren, die Seele aber, näm-lich die großen und wichtigen Ange-legenheiten, worüber geredt werdensollte, fehlten: so entstund die zicrli-
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che, der Phantasie schmeichelnde Be-redsamkeit der neuen Griechen, diesich nur in den Schulen Athens er-halten, und nachher von da nachRom ausgebreitet hatte. Die Kraftdes Genies, welche die alten Rednerangewendet hatten, die wichtigstenAngelegenheiten in ihrem wahrenLichte vorzustellen, dem ganzen VolkeEmpfindungen einzuflößen, oder beyihm Entschließungen hervor zu brin-gen, wurde nun angewendet, denReden von erdichtetem Inhalt Zier-lichkeit, Annehmlichkeit und Wol-klang zu geben. Die Lehrer der Be-redsamkeit, die ehedem die jungenRedner in der Staatskunst und inder Wissenschaft, sich der Gem.itherzu bemächtigen, unterrichtet hatten,wurden Grammatiker, und lcbrtenschöne Redensarten, angenehme Bil-der, und witzige Einfälle in die Redezu bringen. In ihren Schulen wur-de nichts mehr von Staatsinteresse,von der Regierungskunst, sondernvon Tropen und Figuren der Redegesprochen. Homer wurde nichtmehr als ein Lehrer der Heerführerund Regenren, sondern als ein Gram-matiker angeschen: man suchte in derIlms alle mögliche Figuren der Rede,und fand bisweilen acht bis zehenverschiedene Figuren in einer einzigenRedensart. , Kurz, die Beredsamkeitentartete in den Schulen der Rhcto-rcn gerade so, wie lange hernach diePhilosophie unter den Händen derScholastiker, in einen bloßen Wort-kram. Nur hier und da waren nocheinzele gesündere Köpfe, welche dieUcberbleibsel der wahren Kunst zure-den auf philosophische Materien an-wendeten.
Dieses Schiksal hat die Beredsam-keit unter dem Volke gehabt, deni dieNatur vor allen andern Völkern alle,zu den Künsten nothwendige, Talentein reichem Maaße zugetheilt harte.
Auf eine ganz ähnliche Weise istdie Beredsamkeit auch in Rom auf-
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