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Sonne, bey Vorwerks, scitwertsund rükwcrts einfallendem Lichte be-trachtet wird.
Bey jedem dieser veränderten Um-stände sieht man ein andres Ge-mahlde. Was nun vorzüglich injedem dieser Eemählde gefällt odermißfällt, wo irgend eine vortheil-hafte oder schlechte Würknng der Be-leuchtung sich offenbaret, da erforscheder Mahlcr die Ursache derselben.Es wäre eine höchst wichtige Uebungfür ihn, denselbigcn Gegenstand un-ter gar vielerlei) Arten der Beleuch-tung zu zeichnen und zu schattiren,diese Zeichnungen fleißig gegen ein-ander zu halten, und so lauge dar-an zu studircn, bis jede geringsteVerschiedenheit derselben nach ihrenUrsachen und Wirkungen ihm völligbekannt würde. Nur dadurch kanner eine vollkommene Kcnntniß derBeleuchtung erlangen. Die Kunstwürde hoher getrieben fcyn, als siewürklich ist, wenn die, welche sieausüben, den gehörigen Fleis zuErforschung ihrer Geheimnisse an-wendeten.
Diesem Studiren in der Naturkann man auch durch künstliche Ver-anstaltungen zu Hülfe kommen.Sehr vortheilhaft wäre es für eineMahleracadcmie in dieser besonder»Absicht, wenn dieselbe eine kleineSchaubühne hätte, auf welcher ver-schiedene Modele durch leichte Ver-anstaltungen jeder Art der Beleuch-tung ausgesetzt werden konnten.Die Lichter müßten bald in der Hohe,bald in der Tiefe, bald gerade vonvornen, bald von den Seiten stehn.Der Hintere Grund konnte durch Vor-hänge von verschiedener Helligkeitund verschiedenen Farben gemachtwerden.
Zum wenigsten ist jedem Mahlerzu rathcn, daß er dergleichen Veran-staltungen in seinem Arbeitszimmermache. Dieses müßte so liegen,daß er, die Sonne und das Tages-
Ber
licht von allen möglichen Seiten undaus jeder Hohe bekommen konnte.Jedes Fenster aber müßte nach Ge-fallen eröffnet und verschlossen wer-den können. Die Wand, vor wel-cher die Gegenstände liegen, müßteman mit verschiedenen Tüchern de-hangen können. Alls diese Weisewürde jede Art der Beleuchtung aufdas genaueste erkennt werden.
Ohne dergleichen Veranstaltungenwird der Mahler schwerlich zu derEinsicht über die Beleuchtung kom-men, die zur Erreichung der voll-kommenen natürlichen Darstellungder Sache erfodert wird.
Von der Beleuchtung handelt Lairessein den ersten 19 Kap. des 5tcn Buchesseines großen Nahlerduchcs B.Abth.-.S.z u, f. AuSg. von 178g- — Hr.v.Ha-
gcdorn in der 45, 46 und 47 Betr. -
Mehrere hieher gehörige Scbristen werdensich bei? den Art. -Helldunkel, Schat-tirung, angezeigt finden. —
Beredsamkeit.
Aach dein allgemeinen Begriffe vonden schonen Künsten, der in diesemganzen Werk überall zum Grundegelegt worden ist, sollen sie durch ihreWerke auf die Gcmüthcr der Men-schen danrende und zur Erhöhungder Seelenkrastc abzielende Eindrükemachen *). Diese Bestimmung schei-net die Beredsamkeit in dem weite-sten Umfang erfüllen zu können. Siemacht vielleicht nicht so tief in dieSeele dringende, noch so lebhafteEindrüke, wie dieKünste, die eigent-lich die Reizung der äußern Sinnenzum unmittelbaren Zwck haben; da-für aber kann sie alle nur möglicheArten klarer Vorstellungen erwekcn,die ganz außer dem Gebiete jcnecreizendem Künste sind. Also ver-dient
5) S. Künste.