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nugcn thut, oder dasgar wider noth-wendige Regeln, oder doch gegen denEcschmak streitet, so soll ibn wederdie Ehrfurcht für das Alterthum,noch das Ansehen eines Palladio,noch der allgemeine Gebrauch abhal-ten, es zu verwerfen, und sich selbstdafür zu warnen. Die besten neuenBaumeister haben grobe Fehler be-gangen, und gewisse den guten Ge-schmak beleidigende Dinge haben fastüberall Vergebung gefunden.
Wenn der Baumeister sich durchSchriften und Zeichnungen eine guteKcuntniß erworben hat, so reise er,wenn er kann, nach Italien undFrankreich, und versäume nirgend,die besten Gebäude sowol von außenals innen genau zu betrachten; dieAusübung der Regeln darinn zu ent-dcken, und das Gute, das ihm nochnicht bekannt gewesen, daran zu er-kennen. Bey diesen Reisen muß ernicht blos cinzelc Gebäude an sich be-trachten, sondern sie im Zusammen-hange mit dem Platz, worauf siestehen, und in der Verbindung mitandern nach allen Regeln unter-suchen.
Von einem vollkommenen Bau-meister aber fodern wir nicht blosdie Fähigkeit, cinzele Gebäude anzu-geben. Dies ist das, was er ainleichtesten lernen kann. Er mußganze Plätze schon zn bauen, ganzeStädte anzulegen, und denselbenvon innen und von außen alle mög-liche Bequemlichkeiten und Schön-heiten zu geben wissen. Dazu gehö-ren Einsichten, die ins Große gehen,und die einen Mann von mehr alsgewöhnlichem Genie crfodern. SeineEinsichten müssen sich von der ge-meinen Hauswirthschafr der Bürgerbis auf die Haushaltung der Großen,sowol in den Städten als auf demLande, von da bis zum Hofhaltender Fürsten, und endlich bis zu demGroßen der Policeywissenschaft gan-zer Städte und Lander crstreken. Nur
Bau
derjenige, der sich solcher wcitlaufti-gen Kenntniß bewußt ist, muß sichunterstehen, der Baumeister einesgroßen Herrn zu werden.
In der Weitläuftigkeit der Talenteund der Kenntnisse eines vollkomme-nen Baumeisters, und in der kostba-ren Art, sie zu erlangen, liegt ohneZweifel der Grund, warum er selte-ner, als ein großer Mahler oder eingroßer Dichter ist. Billig sollte injedem Staat eine Einrichtung ge-macht seyn, große Baumeister zu zie-hen, und dieser zufolge sollten ausder Vaumeisterschule die fähigstenausgesucht, und in ihrer Kunst auföffentliche Unkosten ausgebildet wer-den. Denn jedem Staat ist darangelegen, daß eine Anzahl guter undredlicher Baumeister gesetzt werde,welche reichlich bezahlt werden. Da-gegen müßten sie verbunden seyn,gegen mäßige Erkenntlichkeit jedemPrivatmanne in Bausachen bcyzu-stehen, damit er nicht in Gefahrkomme, durch den Unverstand, oderdie Gewinnsucht der Arbeitsleute, ei-nen beträchtlichen Verlust an seinemVermögen zu leiden.
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Ein Verzeichnis von griechischen undrömischen Baumeistern, Mahlern, u.s. >v. findet sich bey der zweiten Aus-gabe des Junitls, De UiUura Verer.U»c. 1694. F.
Lebensbeschreibungen von Baumeisternsind in folgenden Werken gesammelt wor-den: lleeueil liilloriqus lle I» vis ecclez Ouvrsges llez ^luz celsdiez /^r-ctiireäkez p.^lr. (ssesir drsnc.) delidieulles ^vaux, Usr. 1687. 4- und nach-her , als;ter B. bei) den Unrreriens kurIcz Vies . , , llez . . kleineres, ^mtk.1706. I'revnnx 1725. und
6 B. (Es ist in vier Bücher abge-theilt; und geht von den frühesten Zeitenbis an das Ende des >4ten Jahrh.)Deutsch von I. P. Marpcrger, vermehrtmit einem zten Buche, welches Nach-richten