Druckschrift 
1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
268
Einzelbild herunterladen
 

268 Aus

lnoll cclcbrste sntigue Zcscuex . . ^xvirk inllrubkidliz kor ^oun^ Ltuäentz

in rbe ^rc ok cicfi^nin^, snck ciie pa5-üoN5... llelcr. sn<i explsineck bx kenj.l^-lpk. bonck. 1759.5. 10s Bl. Kpfr. und14 Bl. Text. Eine Rede des Andre Bar-don, welche, Nuszn»swcise, sich im 7tcn B.der Bibl.der sch. Wisscnsch. S. 165 findet.I.ecrrez 5ur Ics corsKeres en peinrure,?-r. 175z. 12. Auch findet sich inGualt RivinuS Eigentlichem Bericht dervornehmsten der Architektur angehörigenmathematischen und mechanischen Künste,Nürnb. >547. 5. Bl. sy z6.der gon-gten Phisignomia kurzer Auszug ....Oardurch cynS yedcn Menschen engen»schalt und Art der sittcn und gemüts,m't allein erlernt.. . sondern ein »edesBild darnach . .. gebildet und formictwerden soll, u. s. w. Vielleicht wür-de auch das Studium der BüffonschenNaturgeschichte, und d. Bücher mehr,wichtige Bevtrllge zur Vcrvollkommungdes Ausdruckes in den bildenden Künstenlkescrn.

Ausdruk in der Schau-spielkunst.

Das Studium des vollkommenenAusdruks hat sowol der Schauspie-ler als der Tänzer mit dem zeichnen-den und bildenden Künstler gemein.Gewisscrmaaßen ist es jenen nochnothwcndigcr, weil ihre ganze Kunstdarinn besteht. Ein Tanzer ohneAusdruk ist ein bloßer Luftspringcr;und ein Schauspieler, dem er fehlt,ist gar nichts. Er verdirbt allesGute, was der Dichter ihm in denMund legt, und beleidiget, anstattzu ergötzen oder zu reizen. Wasalso vorher über das Studium desAusdruks und über die Betrachtungder Natur und der Kunst gesagt wor-den, wollen wir diesem mit dein vor-züglichsten Nachdruk gesagt haben.Er muß jede Empfindung in sich zufühlen im Stande seyn; kein bedeu-tender Blik, kein kräftiger Zug des

Aus

Gesichts, keine Gebehrde, nicht diegeringste Bewegung der Gliedmaas-scn, die er an andern wahrnehmenkann, muß ihm unbemerkt vorübergehen. Alles, was er zum Behufdes Ausdruks in der Natur undKunst entdekcn kann, muß er seinerEinbildungskraft tief einprägen, unddurch uncrmüdcte Uebung nachzuah-men trachten.

Das vorzüglichste Mittel zu einemvollkommenen Ausdruk scheint dieseszu seyn, daß der Schauspieler sichselbst so stark, als möglich ist, indie Empfindung der Personen setze,welche er v rstellt. Der jüngereRiccoboni ai.r widerspricht diesem,und nennt es einen glänzenden Irr-thum. Icb habe, sagt er, allezeitals rvas gewisses angenommen,Saß man, wenn man das Unglükbat, das was man ausdrükt, wirk-lich zur empfinden, außer Standgesetzt wird, xu spielen *). Ganzanders dachte jener alte Schauspie-ler. der in der Elcktra des Sopho-kles die Asche seines Sohnes in derUrne hatte, um den Schmerz dieserPrinzessin, da man ihr die Gebeinedes Orestes bringt, desto vollkomme-ner auszudrüken. Der angeführtefranzösische Schauspieler muß dafürhalten, daß man durch deutlich be-stimmte Regeln alles nachmachenkönne. Es scheinet aber, daß einMensch, der in eine gewisse Leiden-schaft gesetzt ist , sie durch viel kleine,niemals deutlich zu merkende Kenn-zeichen äußere, die, zusammenge-nommen , den wahren Ausdruk derNatur ausmachen. Alles geht me-chanisch ohne unser Bewußtseyn zu.Da uns nun alle die Kräfte, wo-durch jede Muskel des Leibes gezo-gen wird, wenn, wir gewisse Leiden-schaften fühlen, unbekannt sind, so

kann

*) S. die Schauspielkunst in LcssingsBcvtrllgen zur Historie beb jzcheatcrsim 1 TP. S. ;<-s.