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1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
255
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Aus

gen sehr Wolklingenden Vers durch,und scheinet uns Gelegenheit gebenzu wollen, die Personen recht insGesichte zu fassen.

Eine besondere glukliche Ausbil-dung ist die, deren sich Milton be-dient, da er Personen, die uns fremdscheinen, durch gewisse Umstände aufeinmal als bekannt vorstellt. Ver-schiedene seiner aufrührerischen Gei-ster, von denen wir anfänglich nichts,als die Namen wissen, kommen unshernach plötzlich als bekannte Götzenvor, die das Heidenthum angebetethat.

Bey allen Arten der Ausbildunghat man sich überhaupt .vor demüberflüßigen in Acht zu nehmen, wo-durch Ovidius fast allezeit fehlt, unddas ihn so oft matt oder frostigmacht. In Handlungen, wo derDichter forteilen muß, werden siegefährlich, und müssen mit der Kunstdes Homers behandelt werden; wodie Handlung natürlicher Weise et-was aufgehalten wird, da kann mannach Homers und Virgils! Beispielsich in etwas umständlichere Ausbil-dungen einlassen.

Da bey den gesammten schöne» Künsteneine doppelte Ausbildung Statt hat; einefür die Sinne, auf welche sie zunächstwirken, und eine für den Geisk: soscheinet dieser Artikel, da diese Fülle nichtbarin genug unterschieden, da darin nichtbestimmt ist, welcher Art von Ausbildung,und unter welchen Umständen ihr der Vor-zug gehört, u. d. m. mangelhast zu seyn.Veydcs ist sehr oft nicht EineS. In ei-nem Gemählde, z. B. kann zu der bloßenAusbildung des Gedankens, zur völligenBeschäftigung und Befriedigung der Phan-tasie, in Rücksicht auf die dargestellte Sa-che selbst und allein, eine Figur, oder einsonst darin angebrachter Gegenstand, nichtsbcytragen, und doch zur Befriedigungdes AugcS überhaupt schlechterdings, mit-hin zur Ausbildung des Eemähldes, «ls

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bloßen Gemahldes, und dadurch auch

zur Befriedigung des Geistes, erfordertwerden; daö Gemühlde kann für das Augegleichsam eine bücke haben, und ohne daßdadurch der Haltung, oder irgend einerandern Erfordernd desselben etwas ab-gienge; ein Redner, ein Dichter kannseine Vorstellungen völlig ausgebildet vor-tragen, und doch das Ohr beleidigen; sowie er auch wieder durch eine blühende,glückliche Vcrsifikation, durch gut gebil-dete und verkettete Perioden die Mängelin der richtigen, völligen Ausbildung derGedanken verbergen kann. Dieses fährtauf eine andre bücke in diesem Artikel;auf die Frage, ob, und wann die Ausbil-dung einzeler Theilc dcni Ganzen, undwann die Auebildung des Ganzen den ein-zeln Tdeilcn, so ivie, ob und wann dle ei-gentliche Wahrheit, bc» der Ausbildung,nicht zuweilen der Kunst gleichsam aufge-opfert werden muß? und dieses aufeine dritte; auf die Frage nähmlich, obnicht die Mittel, die Eigenheiten, dasWesen der vcrschiedcnenKünste, und der ver-schiedenen Zweige einer Kunst, gleichsam ver-schiedene Arten von Ausbildungen nothwcn-dig machen? gleichsam der Ausbildung einverschiedencsZiel setzen? Daß baocoon, z. B.nicht schreycnd dargestellt ist, wird wohldadurch nicht ganz begreiflich, daß feinLeiden, ohne diesen Umstand, schon hin-länglich ausgedruckt war; und diejenlgsArt der Ausbildung, welche dem höhernlyrischen Gedichte zukommt, ist dem dra-matischen nicht eigen, so wie oft wiederin diesem durch ein einziges Wort, derGedanke des Redenden hinlänglich ausge-bildet wird, ohne daß der epische Dichter,auch wenn er die Person redend einführte,sich so kurz fassen dürfte, oder könnte.Doch dieses alles sollen nichts als Fragenseyn; zu ihrer Untersuchung und Auflö-sung ist hier der Ort nicht. Auch wüßteich wenig befriedigende, eigentliche Nach-messungen darüber zu geben, weil dic Ztc-llheliker und Theoretiker sich bis jetzt nochnicht i» ein Detail, und auf Vergleichun-gcn der Arc eingelassen haben. Sehr all-gemein wird von Ausführung und Ausbil-dung