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Wurden wir uns wohl getrauen, in rö-mischer Tracht, so gut sie uns auch stehenmöchte, vor unfern Mitbürgern, imtäglichem Leben, zu erscheinen? Oderglauben wir nur den, der lateinischenSprache, in Rücksicht hierauf, gegebe-nen Vorzug vor denen rechtfertigen zukönnen, welchen wir dadurch Zeichen vonAchtung zu geben uns einbilden? SolltenGriechen und Römer nicht über uns la-chen, wenn sie uns ihnen so vieles blosnachmachen sähen? Wir reden so oft,so viel von ihrem großen Geschmack —und machen aus dem Schönen unaufhör-lich ein Spiclwcrk, nehmen immer zuerstRücksicht auf Kunstkenner und Kunstlieb-haber; handeln immer so, als od wirnichts, als dieses wären, und dieses zu-erst sevn wollten. Wir befolgen die Ma-nier, nicht die Grundsätze dieser Volker.Immerhin opfce der Künstler, der sichselbst., der für sich allein ein Denkniahlsetzt, der Kunstschönhclt alles auf; werwirb es ihm verargen? Aber das öffent-liche Denkniahl, das Denkniahl, wel-ches für das gemeine Wesen gesetzt wird,»der, als von dem gemeinen Wesen ge-setzt, angesehen werden soll, zeige, vonallen Seiten, auch seine Beziehung aufdas gemeine Wesen. Auf dieses zu wir-ken, muß der Zweck desselben, und die-sen Beziehungen muß Schönheit unter-geordnet scyn. Eigentlich kann cS nur,vermittelst jener Beziehung wirklich schönwerden. Wenigstens darf, was blosdurch sich allein wirkt, blos bey sich alleinden Zuschauer feste hält, was nicht eineMenge edler Ncbenbegriffe zu erweckenvermag, was nicht Spuren, oder in sofern es nicht, Spuren des wirklich den-kenden Geistes trägt, keine Ansprüche aufhohe Schönheit, oder Größe, machen,lind es wäre denn doch, beynahe, mehrals Thorheit, wenn wir, durch Nach-uiachercv griechischer oder römischer Denk-mählcr allein, griechischen oder römischenGeist, überhaupt, hervorbringen, oderdie Neuer» zu Alten gänzlich machen zukönnen, wähncten, so wic cS, im Gan-zen, wohl sehr zweckwidrig sevn würde,
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sie durchaus, und in allen Fällen, wiederdazu machen zu wollen. Auch bestand derGeschmack dieser Völker nicht in demschmackc in ihren Kunstwerken, sonderner zeigte sich nur darin. —
Daß, übrigens, ein großer Theil der,'von ihnen auf unS gekommenen Aufschrif-ten, immer noch, als die bcßte Anlei-tung zu der Theorie derselben angesehenwerden könne, behauptet, meines Vc-dünkcns, H. S. mit vollkommenem Recht,obgleich srcylich zu wünschen wäre, daßein Mann, wie z. B. I. C. Adelung, ins. Werke über den St»l, auch etwas überden Styl der Aufschrift gesagt hätte.Eine Nachricht von den verschiedenen,mehr oder weniger, allgemeinen, oderbesonder», Sammlungen jener wird in-dessen immer hier an rechter Stelle stehen.Die erstem, welche sich hicmit beschäftig-ten, wären Cvriacus von Ancona, Joh.Marcanova von Padua, und Fcliee Feli-ciano von Verona, welche sämmtlich im,5ten Jahrh. lebten. Aber nur die Samm-lung des erstem ist der Welt, und zwarnicht che, als ums I. 1600 von Car.Maroni, Bibliothekar des damaligen Car-dinalcs Barbarini, bekannt gemacht wor-den; sie verdient, indessen, immer, ih-res Alters wegen, hier den ersten Platz,und führt den Titel: IlpiZraminar» ßr.
er lac. reperrapcr Ill^ricum s L^riacoT^nconir. s. I. e. a. f. Rom. 1747. ll.Auch gehört noch, in Rücksicht auf dieGeschichte dieser Sammlung, dessen, vonkaue. Mchus herausgegebenes Irincra.rium. i?Icir. 1742. 8- so wie sein Loin-inenrar. blova b'rZAm. illullr. abbkannil). cke T^lzar. Oliveric», Pik. 176z.k. hiehcr. Das erste gedruckte Werk die-ser Art aber war: — Oonr. l?euc!ngerikam. veculksr. kragrn. T^uA, Vinck,1505. 5. (Es enthält die, um Augsburgherum, aufgefundenen Aufschriften; aberes scheinen mancherlei) Unrichtigkeitendarin eingeschlichen zu seyn.) — Ovl-leöksnea Hnriyuirsr. in urbe srqueHZrc, dävAunrinc» rcperrar. IvleA. inT^eci. Ic>. Schneller 1520 UNd»5Z5. ll.
mit Holzschn. (Joh. Huttich war, be-kannter