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1 (1792) [A - D]
Entstehung
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A u f

nennt, davon in einem besondern Ar-tikel gesprochen worden.

Zur vollkommenen Auslosung ge-Hort auch die Vollständigkeit, diedarum besteht, daß unsre ganze Er-wartung von der Sache befriediget,und das Ende der Handlung so er-reicht wird, daß wir gar nichts mehrerwarten können. Man muß sichdie einzeln Personen, die Vorfalle,die in der Handlung aufstoßen, alsso viel Linien vorstellen, die entwe-der gerade oder krumm sich zuletztin einen einzigen Punkt vereinigen;keine muß abgebrochen werden, odersich verliehrcn, noch auf einen an-dern , als den allgemeinen Gesichts-punkt hingehen. Die Charakteremüssen völlig cutwikelt feyn, daßder Zuschauer nichts mehr davonzu wissen verlanget; die verschiede-nen Unternehmungen müssen ihr En-de so erreichen, daß die Fortsetzungderselben unmöglich wird, und dasSchiksal der Personen muß durchdie Auflösung völlig bestimmt wer-den, daß keine Frage mehr darüberentstehen kann. Plautus hat ver-schiedentlich gegen diese Vollständig-keit der Auflösung gefehlt. So hatsein Stük, das er Moffellaria ge-ennt hat, eine so unvollständigeAuflösung, daß das Ende davonganz abgeschmakt wird.

Es ist zwar eben nicht nöthig, wieeinige meyncn, daß die Auflösung zu-letzt alle Personen auf die Bühne ver-einige; genug, wenn dieselbe nur alleweitere Unternehmung hemmt, undunsre Erwartung über die Personenbefriediget, sie seyn zugegen oder nicht.

Endlich muß die Auflösung zu rech-ter Zeit geschehen; nämlich, wennunsre Erwartung auf das höchste ge-kommen ist. Nicht eher, weil siesonst nicht Reizung genug hat; da-her bisweilen eine Aufhaltung noth-wendig ist'); nicht später, damitdie Lebhaftigkeit der Erwartung nicht

*) S. Aufhaltung.

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wieder abnehme. Bcydes ist sehr wich-tig, weil die Lebhaftigkeit der Vorstel-lungen bei) der Auflösung die stärkstenEmdrükc im Gemüthe M-ük läßt.

Vom Ausgange, der durch dieAuflösung bcwürkt wird, ist beson-ders gesprochen worden *).

Will man gegen die Wichtigkeitaller dieser Anmerkungen, so wie ge-gen alles, was die Regeln der Voll-kommenheit eines Werks betrifft, ein-wenden, daß viele Stüke sehr gefal-len, darinn diese Vorschriften nicht be-obachtet sind: so kann man einmal fürallemal dieses zur Antwort nehmen,daß jene Stüke noch mehr gefallenwürden, wenn dabey auch noch dieseRegeln waren beobachtet worden.

Was hier von der Auflösung derdramatischen Handlung angemerktist, kann auch auf die epische Hand-lung angewendet werden. Die Kunst-richter haben davon weniger geschrie-ben, weil der Dichter in dieser weni-ger Zwang fühlt, und also allen Fo-derungen leichter genug thun kann.

Von der Auflösung im Drama han-deln noch: Aristoteles (xil,wo die Rede ncshnilich vv' Erodus ist,und XVIII.) und mithin s. Commcnta-toren, als Darier (S. 181 uud Z27. Lci.ä Vilich. <7ZZ.) Curtius (S. 182.271 u. f.)so wie Aubignac, im sten Kap. des stcn B.seinerlllZrigucchiIcheocre (S. 122. i B.Amst. 1715. z.) Cailhava, in demziten Kap. des Um und im goten Kap.des 2tcn Theils s. cic I» Lomeciio(>. 502. 2. qSz.) Von der Auflö-sung in dem epischen Gedichte handeltBossu in dem Vroirs Poems spiguoin dem izten und >;tcn Kap. des sten Bu-ches (S. igpu.f. Amstcrd. 169). 12.)Von der dramatischen sowohl, als epische»Auflösung, Battcux in s. Einleitung indie sch. Wils, im 6tcn Kap. des ztm Art.Abschn. 1. Th.s. (2. zz. «teAusg.)

P 2 Auf-

*) S. Ausgang.