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nur von der die Rede, welche derKünstler aus Ucbcrleguug verlän-gert, um die Vorstellungskraft de-sto mehr zu reizen. Er muß sich die-ses Knnstgrifs nicht allzuoft bedie-nen, sonst ermüdet er. Die Aufhal-tung ist von derjenigen GattungSchönheiten, die sparsam und mitgenauer Beurtheilung, wo sie nö-thig seyn mochte, gebraucht werdenmuß. In der Musik wird der, wel-cher immer den kürzesten Weg zumSchluß eilet, uuschmakhaft und wäs-serig; der aber, der niemals an-ders, als durch mancherlcy Umwe-ge schließt, wird nicht weniger lang-weilig und verdrüßlich. Es lassensich hierüber keine Regeln festsetzen.Ein scharfes Urtheil ist die beste Re-gel, und der Kunstrichtcr kann nichtsmehr thun, als den Künstler ver-mahnen, aufmerksam auf den Ge-brauch und Mißbrauch der Kunst-griffe zu seyn, damit er nicht ausUnachtsamkeit fehle.
Die Aufhaltung muß nicht mitder Unterbrechung des Endes einerVorstellung verwechselt werden. Je-ne läßt uns die Sache, deren Ver-wiklung uns bcschäfftiget, nicht ausdem Gesichte vcrliehren, sie ist einTheil davon; diese aber bricht sieab, und setzt etwas anders dazwi-schen. Dadurch entstehet eine widri-ge Würkung, weil der Znsammen-hang der Vorstellungen würklich zer-rissen wird. Nichts ist verdrüßli-chcr, als eine Geschichte zu lesen,wo, wie in dem Roman vom Ama-dis» die Begebenheiten, wenn mandenkt, daß sie sich nun entwikelnwerden, abgebrochen, und wegeneiner neuen Geschichte ganz aus demGesichte vcrlohreu werden. Die Epi-soden, wenn sie recht geschikt ange-bracht werden, gehören einigermas-sen auch zu der Aufhaltung *).
*) S. Episode.
A u f
Auflösung.
(Schöne Künste.)
Aiescs Wort wird in der Kunst-sprache verschiedentlich gebraucht,und kann, wegen der Wichtigkeitder Sache, die es ausdrükt, zumKunstwort gemacht werden. Auslo-sung bedeutet überhaupt die Herstel-lung der Freyheit und Ordnung nachvorhergegangener Vcrwiklung. Der-gleichen Auslosungen kommen inWerken der schonen Künste verschie-dentlich vor. In der Musik wirddie Harmonie oft verrükt; daherentstehen die Dissonanzen, die einewürkliche Unordnung sind, aus wel-cher durch die Auflosung, die Ord-nung und völlige Harmonie wiederhergestellct wird. In der dramati-schen Handlung ist allemal Vcrwik-lung ; verschiedenes streitet gegen ein-ander; am Ende der Handlung cnk-wikelt sich alles durch die Auflösung,die deßwegcn in der französischenSprache Dönvusmenr, (Entwiklungdes Knotens) genennt wird. Aberauch jede andre Handlung, und bcy-nahc jede Vorstellung, darinn vieleszugleich zu dem Ganzen einer Sachegehört, hat eine Vcrwiklung, undkann dcßwegen einer Auflösung fä-hig seyn. Also kommen diese HeydenSachen fast überall vor.
Man kann keine Herstellung derOrdnung sehen oder empfinden, oh-ne dadurch angenehm gerührt zuwerden. Daher kommen Vcrwiklun-gen und Auflösungen so vielfaltig inden Werken der Kunst vor, weil sieihnen Kraft und Reizung geben.Der Ursprung alles Vergnügens istin der Thätigkeit unsers Geistes zusuchen; diese fühlen wir zu wenig,wenn unsre Vorstellungen uuaufge-halten in einem sanften Laufe fort-gehen ; denn da ist nirgend eine An-strengung nöthig, durch welche wiruns unsrer Thätigkeit bewußt sind.Diese empfinden wir nur bey Hin-dere