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1 (1792) [A - D]
Entstehung
Seite
182
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cherlich machen kann: so kann auchdas Anstößige, in einem einzigenThcilc, die Würkung eines sonst gu-ten Werks völlig aufheben.

Gcschikrc Künstler fallen blos ausUnachtsamkeit in diesen Fehler, densie also durch eine strenge Aufmerk-samkeit auf die Natur jedes cinzelenTbeiles ihrer Werke leicht vermeiden.Wer nur auf die Würkung des Gan-zen siebt, und sich die Mühe nichtgicbr, jeden einzeln Theil in besonde-re Aufmerksamkeit zu nehmen, kamtleicht darein fallen.

Antik.

(Zeichnende Künste.)

<Ao werden die Werke der zeichnen-den Künste genennt, die ganz oder inTrümmern von den Völkern auf unsgekommen sind, bey welchen dieKünste ehedem geblühet haben. Essind geschnittene Steine, Münzen,Statuen, geschnitzte und geformteWerke, Gcmahldc, Gebäude undTrümmer derselben, die in dieseClasse gehören. Werke aus allenZeiten der Kunst, von ihrem Anfang,höchsten Flor und ihrem Verfalle.Die, welche aus dem schönsten Zeit-punkt der Kunst in Griechenlandübrig geblieben, und einige andere,die spater nach jenen gemacht wor-den, werden für vollkommene oderdoch der Vollkommenheit sich nähern-de Muster gehalten. Wenn Künst-ler, oder Lehrer der Kunst, mit Be-wunderung von den Antiken spre-chen, so ist es nur von diesen weni-gen Stüken zu verstehen. Denn un-rer den Antiken finden sich mir allzu-viel, die von der abnehmenden Kunstin den spätem Zeiten des Alterthumszeugen.

Man bewundert an den Antikenfolgende wesentliche Stüke der Kunst.Die Schönheit der Formen über-haupt; die höchste Schönheit dermenschlichen Gestalt, und besonders

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der Köpfe; die Größe und Hoheitdes Ansehens und der Charaktere;den richtigsten und zugleich cdeln undgroßen Ausdruk der Leidenschaften,der aber allezeit der Schönheit unter-geordnet ist. Kein Ausdruk ist bei)den Alten so stark, daß er der Schön-heit schadet. Sie sind überhauptmehr dem Ideal als der Natur ge-folgct. Alles, was einen besonder»Menschen anzeiget, wurde von ih-nen verworfen. Ihre Hauptabstchtgieng dahin, daß jedes Bild das,was es feyn sollte, ganz sey; aberohne Vermischung mit etwas andcrm.Jupiter ist ganz Hoheit; Herkulesganz Starke. Was nicht nothwcn-dig zum Charakter gehört, daraufward von ihnen auch nicht gesehen.Wer in diesen vier Stüken der Kunstgroß werden will, muß unermüdetdie besten Antiken studiren, und durchfleißiges Betrachten und Zeichnenderselben seinen Geschmak zu der Rich-tigkeit und Größe der griechischenKünstler erheben. Die Mahler undBildhauer der römischen Schule,welche die beste Gelegenheit gehabthaben, diese großen Modelle zu stu-diren, haben dcßwegen alle andreSchulen der ncuern Zeiten in diesenStüken übertreffen.

Es ist jedem Künstler zu rathen,Ä?inrelmamit; fürtrefiiche Schrif-ten zu siiDren, darum er dcnvorzüg-lichsten Werth der Antiken in das besteLicht gesetzt hat; und alsdenn dieseWerke, so viel er deren habhast wer-den kann, selbst so lange zu betrach-ten, bis er ihren vorzüglichen Werthfühlt. Es gilt auch hicvon, wasHoraz dem Dichter empfiehlt:

Vnx exemplsriz grüeca

dtoökurua vcrtsts mauu, vertätetllurns.

Von Statuen sind in Rom und Flo-renz die besten. Von geschnittenenSteine«» finden sich in allen Landernvon Europa wichtige Sammlungen,

so