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Sehr oft sieht man in bemeldten Ge-genden ungelehrte Tänzer, die ihreAllemande mit einer Annehmlichkeittanzen, die viel Einnehmendes hat,und dem Zuschauer großes Vergnü-gen macht. Diese Allemande ist einwahrer Tanz der Fröhlichkeit.
Allgemein.
(Schöne Künste.)
V5as allen Dingen, die zu einerGattung gehören, gemein ist. Eswird dem Bcsondern entgegen gesetzt,welches nur einzelnen, oder zu einerGattung gehörigen Dingen zukömmt.Die Betrachtung des Allgemeinenund des Besonder« gehört deßwegenzur Theorie der schönen Künste, weiles in gar viel Fallen nothwendig ist,das Allgemeine durch das Besondereauszudrükcn. Hierauf scheinet -Ho-rn; in der Anmerkung: ckibkicile elbproprio communis chicere *), zu zic-lm. Das Allgemeine ist aus zweycr-lcy Gründen unästhetisch: weil esdurch abgezogene, und also vonder Sinnlichkeit entfernte Begriffevorgetragen wird; und denn auch,weil es oft zu gemein ist, und deß-halb die Vorstellungskraft nicht ge-nug reizt.
Das Allgemeine befindet sich blosin dem Verstände; die Sinnen wer-den nur von einzeln Dingen gerührt:daher kann das Allgemeine niemalsinnlich vorgetragen werden, alswenn es in dem Vesondern gesagtwird. Hieraus entstehen so mancher-lei) Kunstgriffe, das Allgemeine be-sonders zu sagen; dergleichen sind dieBilder, die Bcyspicle, die Gleichnisse,die Allegorie, wo das Allgemeineder anschauenden Erkenntnis in demBesonder« vorgelegt wird. Dabeyist denn überhaupt zu merken, daßdas Allgemeine sich um so viel gewis-ser eindrükt, je neuer und reizender
*) De Hers v. I2Z,
Erster Theil.
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das Besondere ist, aus dem es er-kennt wikd.
Ein andrer weniger gcmcinerKunst-griff, das Allgemeine besonders zusagen, besieht darinn, daß das Be-sondere durch eiucn nothwendigenSchluß auf das Allgemeine führe,wie in diesem Ausdruk:
Ach! Ich sähe der Tugenden letzte vomErdreich geflohen *).
Wobei) man nothwendig das Allge-meine denken muß: nun war gavdeine Tugend mehr auf Erden.
Es ist kaum nöthig zu erinnern,daß bcyde Kunstgriffe, das Allgemei-ne besonders zusagen, eben nicht bei)jedem gemeinen Gedanken, sondernnur bey solchen zu brauchen seyu, dieihrer Wichtigkeit.halbcr einen starker«Eindruk machen müssen.
-S-
Von der Nothwcndigkeit, das Allge-meine, in Rücksicht auf Schreibart über-haupt, in das Besondre zu verwandeln,handelt Home, in den Llemen» obLi-!-rlclzm, Bd. 2. S. Z-; der 4tcn Ausg. indem Kapitel von Erzählung und Beschrei-bung, vcrgl. mit dem 4tcn Kap. Bd. 1.S. -;6. — Auch findet in dem Versuchüber den Roman, Acgn. 1774. 8. S. ;oo.sich etwas darüber. Von der Allge,mcinheit, in Rücksicht auf Sramati-sehe Tkaractero handelt vortreflich G.E. bessings Hamburgische Dramaturgie,Th. -. E. 274. Lcipz. Ausg. so wie R.Hurd in dem Aussätze über die verschiede-nen Gebiete der dramat. Poesie, bey s.Commentar über Horazcns Brief an diePisonen, Th. 2. S. u. f. d. lieb, vcrgl.mit dem Commentar selbst über die Verse:rechiceie exemplar virae Inorumgua
jubedo Th. 1. S. 226. d. lieb. liebri»
gcns geht die, von H. Sulzcr angeführteSteile des Horaz eigentlich nicht auf das,wovon in dem Artikel die Rede ist, son-dern auf Erfindung dramatischer oder tra-gischer Characterc, wie es der Zusammen-hang
Bodm. Sündflutb li. Ges.
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