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die Sache selbst. Indessen könnensie die Kraft der Allegorie erhalten,wenn der Körper, in welchen sie ein-gehüllt werden, die Beschaffenheithat, daß das Wesen der eingebilde-ten Sache mitasthctischerKraft dar-aus erkennt wird. Das fürtrefflichsteBcyspicl dieser Art giebt uns Mil-tons allegorisches Bild von derSünde. Der Dichter stellt eine zwarnicht wörtliche, aber der Einbil-dungskraft begreifliche Gestalt vor,deren Anschauen »ins eben den Ab-scheu, eben den Ekel, und solche Vor-stellungen crwekt, welche ans über-legter Betrachtung der Sünde, diedurch diesen erdichteten Gegenstandabgebildet wird, langsamer und beyweitem nicht so lebhaft, würden er-wckr werden. Von dieser Art ist dasBild der Zwietracht, das Homer sokurz und so meisterhaft gcmahlthat*),und ahnliche Erdichmngen, die beyalten und neuen Dichtern vorkom-men.
Es giebt aber auch gemeinere alle-gorische Bilder, die weniger von die-ser allegorischen Kraft haben. Au-rora mit ihren Rosenfingern, diebcym Homer so oft vorkömmt; dieschncllflicgende Iris; selbst Amor,die Vensro5 und Lupiöines des Ti-bulls, thun in der Dichtkunst weitgeringere Diensie, als in den zeich-nenden Künsten; sie sind oft nichtviel mehr als blos ungewöhnlichereund etwas besser klingende Namen,als die eigentlichen Wörter.
Noch andre solche Wesen habeneigentlich gar keine bestimmte Ge-stalt, sondern setzen die Einbildungs-kraft blos in den Wahn, daß sie le-bende Wesen sind, die einen gewis-sen nicht genau zu bestimmenden Cha-rakter haben, oder die nicht einmalbestimmten Begriffen entsprechen.Von dieser Art sind die zu Personengemachte Flüsse, Städte, Lander,die Genii einzelner Menschen und
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ganzer Nationen, die Nymphen, dieSylphen und dergleichen Hirnge-spinste.
Alle diese Wesen werden entwederblos deßwcgcn angeführt, daß sie,so wie die Allegorien, abgezogene Be-griffe sinnlich machen sollen, oderman bedient sich ihrer, um die Hand-lungen entweder wunderbarer zu ma-chen, ode-- blos zu Maschinen, Ver-wiklungen hervor zu bringen, oderaufzulösen.
Ucber die Zulaßigkeit des erstenGebrauchs scheint kein Zweifel mehrübrig zu seyn, nachdem fast alle al-ten und neuen Dichter sich derselbenbedient haben. In dieser Absicht fal-len dergleichen Bilder in die Classeder eigentlichen Allegorien, die auskeiner der drcy angezeigten Quellengeschöpft, sondern durch die Phan-tasie des Dichters hervorgebrachtworden. Was also bereits von denGattungen der Allegorie, von ihremGebrauche und von ihrer Beschaffen-heit erinnert worden, kann ohneMühe auf sie angewendet werden.Braucht es aber schon große Scharf-sinnigkcit, eigentliche Allegorien vongroßer Kraft in der Natur oder Kunstaufzusuchen, so erfodcrn diese nochaußerdem eine lebhafte Dichtungs-kraft, einen schöpferischen Geist,durch welchen tNilcon die Sünde,und-Homer die Zwietracht, sichtbargemacht haben.
Die geringeren Bilder, deren Zeich-nung von keiner großen Kraft ist,können, wenn sie nur recht angewen-det werden, die Vorstellungen blosdurch das Leben, das sie hineinbrin-gen, angenehmer und einnehmendermachen, wie au seinem Orte ange-merkt worden *). Auch können sieüberhaupt der Sprache des Dichterseinigermaßen den Ton der Begeiste-rung geben. Aber nur der feine Ge-schmak erreicht diese Vorthcile. Um-sonst
") S. Belebung.