Ae s
zaghaft sein fürchterliches Ansehenund seine schrekliche Waffen. <Lcec>-klds antwortet ganz kaltsinnig: „Für„der Rüstung fürchte ich mich nickt,„die Wapcn der Sckildcr werden„uns nicht verwunden, und die„Lederbüscke trecken uns nickt."Als man ihm sagt, sein Bruder Pc>-lynices stehe zum Angrif des sieben-den Thors fertig, und der Chor ihmabrathen will, sich gegen ihn zu stel-len, aus Furcht, der Fluch ihresVaters (nach welchem bcyde Brudereinander umbringen sollten) würdeda in Erfüllung kommen, antworteter voll Wuth: „Weil denn eine„Gottheit diese Sacke ernstlich trci-„bct, so möge das Sem Phobus so„verhaßte Geschleckt des /baius„mit schnellem Winde auf den„Wellen des Eocpms 5 »r Holle„fahren," und eilt den Fluch erfülltzu sehen.
Dieses sind meines Erachtens Mei-stcrzüge zu Schilderung großer Cha-raktere. Aristophanes sucht ihn zwarwegen einer übertriebenen Etrengig-kcit in den Charakteren lacherlich zumachen; aber was war groß genug,um diesem Spotter vcrehrungswür-dig zu scyn? Die Scholiastcn mer-ken an, daß die Rede der Cassandrain dem Agamemnon von den Altenfür das vorzüglichste Stük in seinenTrauerspielen gehalten worden.
Wir wollen indessen nicht in Ab-rede scnn, daß unser Dichter nichtbisweilen die Sachen übertriebenhabe. In seiner Nwbr, einem ver-lohrncn Stükc, ließ er diese unglük-Ziche Mutter bis an den drittenTagmit verhülltem Gesichte, und ohneein Wort zu reden, auf dem Grab-mal ihrer Kinder sitzen. In den Lu-menidcn drükt er die Wuth der Fu-rien durch die ekelhaftesten und fürch-terlichsten Tone aus. Man siehtüberhaupt durchgehcnds, daß er feineZuschauer recht hat erschüttern wol-len, und es läßt sich merken, daß Ge-
A e f
danken, Worter, Tänc und ein'hef-tiger Vortrag übereingestimmt haben,diese Absicht zu unterstützen.
Seine Chore bestunden aus einergroßen Menge Personen, ihre Ge-sänge sind lang, und fowol im In-halt, als im Ausdruk und dem Tonder Worte, feyerlich, oder wild. Esist zu vcrmuthen, daß er die Sangerzu einem etwas übertriebenen Vor-trag angehalten habe. Zum Bcy-spiel besten dienet eine Stelle in denDanaiden 5), dergleichen man sonstbey keinem Dichter findet. Mansagt, es habe ein Aufzug des Cho-res in seinen Eumeniden das Volkin solches Schrcken gesetzt, daß ei-nige Kinder in Ohnmacht gesunken,und Schwangere unzcitig gebohrenhaben. Dieses ist gar nicht un-glaublich.
Aeschylus hat sich eben so sehr umdie gute Vorstellung seiner Trauer-spiele, als um deren Verfertigungbekümmert. Die Alten berichten,daß er den Bau und die Auszierungder Schaubühne sehr verbessert habe.In den ersten Zeiten ward sie nurvon Baumreifern gemacht, hernachbauete man Hütten mit verschiedenenAbtheilungen. Aesckplus ließ prach-tige Schaubühnen bauen, und diewahren Oerter der Scene durch Gc«mählhe und Maschinen nachahmen.Vitruvius meldet 55), Agathargushabe zuerst in Athen eine ordentlicheBühne für den Aesckplns gebaut,und eine Abhandlung davon geschrie-ben. Dieser wußte wol, daß dasTrauerspiel niemals seine ganzeWirkung thut, wenn nicht allesAeußerliche mit dem Inhalt überein-stimmt. Horax schreibt ihm die Er-findung der erhabenen Bühne undder Masken zu.
... ?er-
H vs. 867. ». s. f. Li! öi
xo-f, »ou IZs'ilH 7-c>x°> crc,
**) lab. vu.